Sonntag, 9. Februar 2020
Sie hatte in diesem Augenblick, in dem sich die übrige Gesellschaft in die andern Zimmer gezogen zu haben scheint, benutzt, ihm mit begeisterter Seele und grosser Lebhaftigkeit den Vorwurf zu machen, dass er ihr ernstes Streben nach Bildung so ganz unberücksichtigt gelassen habe. Goethe hatte - ohne Zweifel in der Annahme, dass ihr gegenwärtiger Zustand der Seele nur Moment sei, erwidert: „Der Mond ist nur für einen Augenblick voll.“
Donnerstag, 6. Februar 2020
Samstag, 1. Februar 2020
Nach
Reinholds Abgang von Jena, der mit Recht als ein großer Verlust für die
Akademie erschien, war mit Kühnheit, ja Verwegenheit, an seine Stelle Fichte
berufen worden, der in seinen Schriften sich mit Großheit, aber vielleicht
nicht ganz gehörig über die wichtigsten Sitten- und Staatsgegenstände erklärt
hatte. Er war eine der tüchtigsten Persönlichkeiten, die man je gesehen, und an
seinen Gesinnungen im höheren Betracht nichts auszusetzen; aber wie hätte er
mit der Welt, die er als seinen erschaffenen Besitz betrachtete, gleichen
Schritt halten sollen?
Da
man ihm die Stunden, die er zu öffentlichen Vorlesungen benutzen wollte, an
Werktagen verkümmert hatte, so unternahm er sonntags Vorlesungen, deren
Einleitung Hindernisse fand. Kleine und größere daraus entspringende
Widerwärtigkeiten waren kaum, nicht ohne Unbequemlichkeit der oberen Behörden,
getuscht und geschlichtet, als uns dessen Äußerungen über Gott und göttliche
Dinge, über die man freilich besser ein tiefes Stillschweigen beobachtet, von
außen beschwerende Anregungen zuzogen.
Fichte
hatte in seinem philosophischen Journal über Gott und göttliche Dinge auf eine
Weise sich zu äußern gewagt, welche den hergebrachten Ausdrücken über solche
Geheimnisse zu widersprechen schien. Er ward in Anspruch genommen; seine
Verteidigung besserte die Sache nicht, weil er leidenschaftlich zu Werke ging,
ohne Ahnung, wie gut man diesseits für ihn gesinnt sei, wiewohl man seine
Gedanken, seine Worte auszulegen wisse, welches man freilich ihm nicht gerade
mit dürren Worten zu erkennen geben konnte, und ebenso wenig wie man ihm auf
das Gelindeste herauszuhelfen gedachte. Das Hin- und Widerreden, das Vermuten
und Behaupten, das Bestärken und Entschließen wogte in vielfachen unsicheren
Reden auf der Akademie ineinander; man sprach von einem ministeriellen Vorhalt,
von nichts Geringerem als einer Art Verweis, dessen Fichte sich zu gewärtigen
hätte. Hierüber ganz außer Fassung, hielt er sich für berechtigt, ein heftiges
Schreiben beim Ministerium einzureichen, worin er jene Maßregel als gewiß
voraussetzend, mit Ungestüm und Trotz erklärte, er werde dergleichen niemals
dulden, er werde lieber ohne weiteres von der Akademie abziehen, und in solchem
Falle nicht allein, indem mehrere bedeutende Lehrer, mit ihm einstimmig, den
Ort zu verlassen gedächten.
Hierdurch
war nun auf einmal aller gegen ihn gehegte gute Wille gehemmt, ja paralysiert:
hier blieb kein Ausweg, keine Vermittlung übrig, und das Gelindeste war, ihm
ohne weiteres seine Entlassung zu erteilen. Nun erst, nachdem die Sache sich
nicht mehr ändern ließ, vernahm er die Wendung, die man ihr zu geben im Sinne
gehabt, und er mußte seinen übereilten Schritt bereuen, wie wir ihn
bedauerten.
Donnerstag, 23. Januar 2020
Dienstag, 21. Januar 2020
Wenn steigend sich der Wasserstrahl entfaltet,
Allspielende, wie froh erkenn ich dich!
Wenn Wolke sich gestaltend umgestaltet,
Allmannigfaltge, dort erkenn ich dich.
An des geblümten Schleiers Wiesenteppich,
Allbuntbesternte, schön erkenn ich dich;
Und greift umher ein tausendarmger Eppich,
O Allumklammernde, da kenn ich dich.
Sonntag, 5. Januar 2020
Freitag, 3. Januar 2020
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