Samstag, 30. Dezember 2023

 

Eine Bemerkung möchte sodann hier wohl am Platze sein: daß sogar dasjenige, was unter uns beinahe ausgewirkt hat, nun, gerade in dem Augenblicke, welcher auswärts der deutschen Literatur günstig ist, abermals seine kräftige Wirkung beginne und dadurch zeige, wie es auf einer gewissen Stufe der Literatur immer nützlich und wirksam sein werde.

Donnerstag, 21. Dezember 2023

Donnerstag, 14. Dezember 2023

 

Heiße Doktor und Professor gar,

Und ziehe schon an die zehen Jahr'

Herauf, herab und quer und krumm

Meine Schüler an der Nas' herum

Und seh, daß wir nichts wissen können,

Das will mir schier das Herz verbrennen.

Zwar bin ich gescheuter als alle die Laffen,

Doktors, Professors, Schreiber und Pfaffen,

Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,

Fürcht mich weder vor Höll noch Teufel.

Dafür ist mir auch all Freud entrissen,

Bild mir nicht ein, was Rechts zu wissen,

Bild mir nicht ein, ich könnt was lehren,

Die Menschen zu bessern und zu bekehren;

Auch hab ich weder Gut noch Geld,

Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt.

Es möcht kein Hund so länger leben!

Sonntag, 10. Dezember 2023

Ich zog kürzlich aus meiner Bibliothek einen mir wenig bekannten Band über Eckermann heraus, las darin und sah in dieser Beleuchtung von neuem den unfaßlichen grandiosen rätselhaften kalten G. Es gibt ja keine Bemerkung über ihn, die nicht erregend wäre. 

Donnerstag, 7. Dezember 2023

 

Hier nun war zufälligerweise vieles Redens keine Not, denn ein bedeutendes Ereignis gab unserm Freunde Gelegenheit, sein erworbenes Talent geschickt und glücklich anzuwenden und sich der menschlichen Gesellschaft als wahrhaft nützlich zu erweisen.

Welcher Art aber dies gewesen, dürfen wir im Augenblicke noch nicht offenbaren, obgleich der Leser bald, noch ehe er diesen Band aus den Händen legt, davon genugsam unterrichtet sein wird. 

Donnerstag, 30. November 2023

Dienstag, 28. November 2023

 

Mit dem Postwagen erhältst du ein Packet das einen physicalischen Aufsatz enthält den ich während der Belagerung ausgearbeitet habe. Es widersteht mir etwas aufzuschreiben von dem was ich sehe und höre, sonst hätte ich ein schönes Tagebuch führen können. Die Letzten Tage, der Capitulation, der Übergabe, des Auszugs der Franzosen gehören unter die interessantesten meines Lebens, ich wünsche dir einmal davon zu erzählen. Die Clubbisten waren in der Capitulation übergangen und man hatte keine Anstalten gemacht sie zu fangen auch kamen den ersten Tag des Auszugs viele durch; Rüffel der Gastwirth ritt neben Merlin, beyde in Husaren Uniform an der Spitze der Reuterey welche du Bayet ausführte.

Am Chaussehauße schrie das Volck sein kreuzige, auch hätten sie ihn gewiß ohne die Contenance von du Bayet und Merlin und ohne die Gegenwart der preußischen Officire vom Pferde gerissen. Dafür paßten sie andern auf die nicht so gut eskortirt waren und fingen und beraubten und prügelten sie und führten sie nach Marienborn. Darunter denn Metternich und der Pfarrer vom heil. Creuz waren. Das geschah durch die emigrirten Maynzer die selbigen Tages nicht in die Stadt durften, schon am Abend aber schickte die Bürgerschafft eine Liste derer die sich vorbereiteten Morgens mit den Franzosen der zweyten Abtheilung auszuziehen und verlangte ihre Arrettirung. Das geschah auch durch ein Commando, sie wurden aus der Colonne herausgenommen ohne daß die Franzosen sich widersetzen.

 

Das Volck fing an durch die Straßen zu laufen und sich derer zu bemächtigen die noch zurück geblieben waren. Es ward geplündert und man legte sich auch darein und nahm diese auch noch in Empfang. Der Modus daß man die Sache gleichsam dem Zufall überließ und die Gefangennehmung von unten heraus bewirckte, deucht mich gut. Das Unheil das diese Menschen angestiftet haben ist groß. Daß sie nun von den Franzosen verlassen worden, ist recht der Welt Lauf und mag unruhigem Volck zur Lehre dienen. Hofmann ist durch und mehrere. Nun ist es so ziemlich ruhig nur daß immer Händel zwischen Preusen, Sachsen, Darmstädtern, auch mit den überbliebnen blessirten Franzosen sind. Eine ungeheure Bagage haben sie mit fortgenommen. Lebe wohl. Mehr kann ich nicht sagen. Ich halte die Feder kaum.