Dienstag, 15. Januar 2013
Mittwoch, 9. Januar 2013
»Sie haben recht«,
versetzte er mit einiger Verlegenheit, »der Mensch ist dem Menschen das
Interessanteste und sollte ihn vielleicht ganz allein interessieren. Alles
andere, was uns umgibt, ist entweder nur Element, in dem wir leben, oder
Werkzeug, dessen wir uns bedienen. Je mehr wir uns dabei aufhalten, je mehr wir
darauf merken und teil daran nehmen, desto schwächer wird das Gefühl unsers
eignen Wertes und das Gefühl der Gesellschaft. Die Menschen, die einen großen
Wert auf Gärten, Gebäude, Kleider, Schmuck oder irgend ein Besitztum legen,
sind weniger gesellig und gefällig; sie verlieren die Menschen aus den Augen,
welche zu erfreuen und zu versammeln nur sehr wenigen glückt. Sehn wir es nicht
auch auf dem Theater? Ein guter Schauspieler macht uns bald eine elende,
unschickliche Dekoration vergessen, dahingegen das schönste Theater den Mangel
an guten Schauspielern erst recht fühlbar macht.«
Sonntag, 30. Dezember 2012
Samstag, 29. Dezember 2012
Man konnte zwar dem jungen Mann eine Achtung nicht versagen, eine Teilnahme, die mich denn auch auf einen so wunderlichen Weg geführt hatte: Denn ein ernstliches Wollen sprach sich aus, ein edler Sinn und Zweck; aber obschon von den zärtlichsten Gefühlen die Rede war, blieb der Vortrag ohne Anmut, und eine ganz eigens beschränkte Selbstigkeit tat sich kräftig hervor. Als er nun geendet hatte, fragte er mit Hast, was ich dazu sage? Und ob ein solches Schreiben nicht eine Antwort verdient, ja gefordert hätte?
Indessen war mir der bedauernswürdige Zustand dieses jungen Mannes immer deutlicher geworden: Er hatte nämlich von der Außenwelt niemals Kenntnis genommen, dagegen sich durch Lektüre mannigfaltig ausgebildet, alle seine Kraft und Neigung aber nach innen gewendet und sich auf diese Weise, da er in der Tiefe seines Lebens kein produktives Talent fand, so gut als zugrunde gerichtet; wie ihm denn sogar Unterhaltung und Trost, dergleichen uns aus der Beschäftigung mit alten Sprachen so herrlich zu gewinnen offen steht, völlig abzugehen schien.
Indessen war mir der bedauernswürdige Zustand dieses jungen Mannes immer deutlicher geworden: Er hatte nämlich von der Außenwelt niemals Kenntnis genommen, dagegen sich durch Lektüre mannigfaltig ausgebildet, alle seine Kraft und Neigung aber nach innen gewendet und sich auf diese Weise, da er in der Tiefe seines Lebens kein produktives Talent fand, so gut als zugrunde gerichtet; wie ihm denn sogar Unterhaltung und Trost, dergleichen uns aus der Beschäftigung mit alten Sprachen so herrlich zu gewinnen offen steht, völlig abzugehen schien.
Freitag, 28. Dezember 2012
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