Mittwoch, 4. März 2009
Dabei ist Goethe die Liebe selbst und sucht in allen Dingen und bei allen Menschen nur die vorteilhaftesten Seiten auf, und beurteilt den Menschen nur nach dem Massstabe dessen, was er seiner inneren Natur nach zu leisten im Stande ist. Wie kämen wir schwachen Kinder des Staubes auch sonst neben ihm zurecht, wenn er diese schonende und liebreiche Maxime nicht hätte?
Was sagst Du zu Hölderlins Sophokles? Ist der Mensch rasend oder stellt er sich nur so, und ist sein Sophokles eine versteckte Satire auf schlechtes Übersetzen? Ich habe neulich abends, als ich mit Schiller bei Goethe aß, beide recht damit regaliert. Lies doch den vierten Chor der „Antigone“ - Du hättest Schiller sehen sollen, wie er lachte!
Dienstag, 3. März 2009
Montag, 2. März 2009
Gestern war Apollo hier und sagte, er würde es in zwei Teile teilen, und es wird nun besser gehen, auch umgibt ein Sternenkranz seitdem mein Haupt, denn als ich einige Stellen lobte, erhob sich Apoll und küsste die Stirn, welche so fein und zart sentierte, und das fühlte, was nur die zartesten Seelen fassen könnten – seit diesem Tag glänzt meine Stirn, wie das Angesicht Moses …
Donnerstag, 26. Februar 2009
Das Innere des Hauses machte auf mich einen sehr angenehmen Eindruck; ohne glänzend zu sein, war alles höchst edel und einfach; auch deuteten verschiedene an der Treppe stehende Abgüsse antiker Statuen auf Goethes besondere Neigung zur bildenden Kunst und dem griechischen Altertum. Ich sah verschiedene Frauenzimmer, die unten im Hause geschäftig hin und wieder gingen; auch einen der schönen Knaben Ottiliens, der zutraulich zu mir herankam und mich mit großen Augen anblickte.
Freitag, 20. Februar 2009
Sonntag, 15. Februar 2009
Freitag, 13. Februar 2009
Könnte ich Dir doch den einen Nachmittag schildern, wo ich bis in den Abend hinein fünf volle Stunden bei ihm allein war. Er war vom Hofe gekommen, alle seine Hausgenossen waren spazieren gefahren, da schickte er zu mir mit den Worten: „ich solle ihm Gesellschaft leisten“. Als ich zu ihm ins Zimmer trat, fand ich ihn, schon wieder in seinem blauen, heimischen Ueberrock, seine Medaillen und Münzen durchmusternd; er gab mit freundlich die Hand und sah mir noch freundlicher ins Gesicht. Er sah so recht behaglich und gemütlich aus und war es auch in der Tat.
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