Sonntag, 18. Oktober 2009
„Es gibt vortreffliche Menschen,“ sagte Goethe, „die nichts aus dem Stegreife, nichts obenhin zu tun vermögen, sondern deren Natur es verlangt, ihre jedesmaligen Gegenstände mit Ruhe tief zu durchdringen. Solche Talente machen uns oft ungeduldig, indem man selten von ihnen erlangt, was man augenblicklich wünscht; allein auf diesem Wege wird das Höchste geleistet.“
Sonntag, 11. Oktober 2009
Des Dichters Glück war von jeher: Weiber, Wein, Gesang, und unseren Freund, für den ein ewiger Frühling blüht, begeistern die beiden ersten noch im Herbst seines Lebens zu den herrlichsten Gesängen. Verliebt sein ist die Weise des Hauses; verliebt ist jedermann, der darin aus- und eingeht; ich war zuletzt wahrhaftig besorgt, auch uns würde die Epidemie ergreifen.
Schön waren sie alle, am schönsten aber die, in welchen er Sie sprechen liess, und mit deren Zartheit ich nichts zu vergleichen wüsste, wie es denn wohl noch nie einen Dichter gegeben hat, der in das weibliche Gemüt so tiefe Blicke getan hat, es ist, als habe das ganze Geschlecht von der Edelsten bis zur Niedrigsten bei ihm in Beichte gesessen.
Samstag, 10. Oktober 2009
Montag, 5. Oktober 2009
Sonntag, 4. Oktober 2009
Samstag, 19. September 2009
„Meyer pflegt immer zu sagen,“ fiel Goethe lachend ein, „wenn nur das Denken nicht so schwer wäre! – „Das Schlimme aber ist,“ fuhr er heiter fort, „dass alles Denken zum Denken nichts hilft; man muss von Natur richtig sein, so dass die guten Einfälle immer wie freie Kinder Gottes vor uns dastehen und uns zurufen: da sind wir!“
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