Donnerstag, 5. Juni 2008

Alle Welt trägt sich mit Goethens Liebesgeschichte, und seine Familie fürchtete sogar eine Heirat. So toll ich diese fände, so freut mich doch die Jugendkraft des Herzens an ihm, sich noch verlieben zu können. Wie es bei ihm immer war, der Wert des Gegenstandes liegt bloss in seiner Vorstellung, denn eigentlich soll gar nichts Vorzügliches daran sein. Die Familie sind Spieler und sehr spekulativ, doch denke ich, zur Heirat soll er sich nicht fangen lassen.

Dienstag, 27. Mai 2008

 

Verfahre ruhig, still,
Brauchst dich nicht anzupassen;
Nur wer was gelten will,
Muß andre gelten lassen.

Sonntag, 25. Mai 2008

Freitag, 16. Mai 2008

Als Hofrat Meyer Abschied genommen hatte, sagte Goethe: Den Tod dieses Mannes wünsche ich nicht zu überleben. Er ist ein gediegener tüchtiger, nicht zu ersetzender Mann. Ich bin an ihn gewöhnt, und er bleibt öfters bei mir bis nachts ein Uhr.
Goethe erzählte: Ein Nadelmacher hatte zum Hausschild: „Das gequälte Herz“, das gequälte Herz war mit Nadeln durchstochen.
Breit und ganz abgeschmackt beschäftigt sich Goethe jetzt mit allem kleinlichen Urteil über ihn und lässt das Leerste gelten, wenn ein Hauch seines Lobes darin weht. Für einen grossen Eindruck seines Wesens war Schiller empfänglich, aber wie wies er alles Alberne von sich!
Der Sohn wird so dick, dass man erschrickt.
Sein Lieblingswort, das bei vielen Gelegenheiten vorkam, war in dieser Zeit: „Wunderlich genug!“
Goethes mass- und kritiklose Überschätzung von Talent, Bedeutung, Leistung und Urteil des biederen, aber unoriginellen, begrenzten, völlig einseitigen und rigoros unduldsamen „Experten“ ... dokumentieren die Grenzen und Unsicherheiten in Goethes Kunstkennerschaft, für die Meyer nicht Ursache, sondern Symptom ist.
H. Meyer, bei dem ich dieser drei Tage ein paar sehr angenehme Stunden zugebracht habe, ist sein vertrauter Freund. Jeden Tag kommen sie zusammen; haben sie sich nichts zu erzählen, so nimmt jeder sein Buch, und zuweilen reden sie dann vielleicht keine zwei Worte miteinander, sich sehen müssen sie aber notwendigerweise.