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Mittwoch, 16. Mai 2007

Es ist Goethen sehr schade, so ungeheuer allein zu sein, denn so viel Menschen er auch vorübergehend sieht, ist er mit keinem vertraut und hat mir versichert, dass, wenn er Meyer und mich ausnähme, im ganzen weiten Deutschland niemand sei, mit dem er eigentlich frei reden möge und könne. Er versauert wohl vielleicht nicht so, aber er verknöchert und verhärtet wirklich und wird auch entsetzlich intolerant und im Gespräch manieriert. Er hatte, wie du weisst, immer gewisse Lieblingsausdrücke, die halbsagend waren und ihm eigentlich als Aushilfe galten, wenn er zu träge war, seine Ideen recht bestimmt auszudrücken. Aber noch nie habe ich den Gebrauch davon so häufig als diesmal bemerkt. Er begleitet sie auch jetzt mehr mit Mienen und muss einem, der nicht daran gewöhnt ist, sehr wunderbar vorkommen. ... Das ist eins der schrecklichsten Dinge in der Ehe, dass Mann und Frau sich durch Gewohnheit und die Befriedigung kleiner physischer Bedürfnisse so herabstimmen, dass sie das Mittelmässige und sogar das Gemeine gut und selbst unentbehrlich finden.

Mittwoch, 7. März 2007

Ich traf gegen 4 Uhr Hofrat Meyern bei Goethe an, letzterer war sehr munter, ja aufgeregt; wie ein Gewitter bei heitrem Himmel suchte er sich seiner Kraftfülle durch geistige Blitze und Donnerschläge zu entledigen.

Dienstag, 27. Februar 2007

Der alte Meyer ist klug, sehr klug, aber er geht nur nicht heraus, widerspricht mir nicht, das ist fatal. Ich bin sicher, im Innern ist er noch zehnmal zum Schimpfen geneigter als ich und hält mich noch für ein schwaches Licht. Er sollte nur auch poltern und donnern.