Ueber den eigentlichen Zustand eines aufmerksamen
Reisenden habe ich eigne Erfahrungen gemacht und eingesehen worin sehr oft der
Fehler der Reisebeschreibungen liegt. Man mag sich stellen wie man will so
sieht man auf der Reise die Sache nur von Einer Seite und übereilt sich im
Urtheil; dagegen sieht man aber auch die Sache von dieser Seite lebhaft und das
Urtheil ist in gewissem Sinne richtig. Ich habe mir daher Acten gemacht, worin
ich alle Arten von öffentlichen Papieren die mir eben jetzt begegnen, Zeitungen,
Wochenblätter, Predigtauszüge, Verordnungen, Komödienzettel, Preiscourante
einheften lasse und sodann auch sowohl das, was ich sehe und bemerke, als auch
mein augenblickliches Urtheil einhefte; ich spreche sodann von diesen Dingen in
Gesellschaft und bringe meine Meinung vor, da ich denn bald sehe in wie fern
ich gut unterrichtet bin, und in wie fern mein Urtheil mit dem Urtheil wohl
unterrichteter Menschen übereintrifft. Ich nehme sodann die neue Erfahrung und
Belehrung auch wieder zu den Acten, und so giebt es Materialien, die mir
künftig als Geschichte des äußern und innern interessant genug bleiben müssen.
Wenn ich bei meinen Vorkenntnissen und meiner Geistesgeübtheit Lust behalte,
dieses Handwerk eine Weile fortzusetzen, so kann ich eine große Masse
zusammenbringen.