Dem
heiligen Joseph war nichts Geringeres aufgetragen, als einen Thron für den
König Herodes zu machen. Zwischen zwei gegebenen Säulen soll der Prachtsitz
aufgeführt werden. Joseph nimmt sorgfältig das Maß von Breite und Höhe und
arbeitet einen köstlichen Königsthron. Aber wie erstaunt ist er, wie verlegen,
als er den Prachtsessel herbeischafft: er findet sich zu hoch und nicht breit
genug. Mit König Herodes war, wie bekannt, nicht zu spaßen; der fromme
Zimmermeister ist in der größten Verlegenheit. Das Christkind, gewohnt, ihn
überallhin zu begleiten, ihm in kindlich demütigem Spiel die Werkzeuge
nachzutragen, bemerkt seine Not und ist gleich mit Rat und Tat bei der Hand.
Das Wunderkind verlangt vom Pflegevater, er solle den Thron an der einen Seite
fassen; es greift in die andere Seite des Schnitzwerks, und beide fangen an zu
ziehen. Sehr leicht und bequem, als wär' er von Leder, zieht sich der Thron in
die Breite, verliert verhältnismäßig an der Höhe und paßt ganz vortrefflich an
Ort und Stelle, zum größten Troste des beruhigten Meisters und zur vollkommenen
Zufriedenheit des Königs.