Freitag, 15. März 2013


 

 

Hersilie fiel ein: »Dergleichen Inschriften, scheint es, hat der Oheim von den Orientalen genommen, die an allen Wänden die Sprüche des Korans mehr verehren als verstehen.« Juliette, ohne sich irren zu lassen, erwiderte auf obige Frage: »Umschreiben Sie die wenigen Worte, so wird der Sinn alsobald hervorleuchten.«

 

»Wir halten sein wunderliches Betragen für abgeredet mit dem Oheim. Er läßt seit einigen Jahren nichts von sich hören, sendet anmutige, seinen Aufenthalt verblümt andeutende Geschenke, schreibt nun auf einmal ganz aus der Nähe, will aber nicht eher zu uns kommen, bis wir ihm von unsern Zuständen Nachricht geben. Dies Betragen ist nicht natürlich; was auch dahinterstecke, wir müssen es vor seiner Rückkehr erfahren. Heute abend geben wir Ihnen einen Heft Briefe, woraus das Weitere zu ersehen ist.« Hersilie setzte hinzu: »Gestern machte ich Sie mit einer törigen Landläuferin bekannt, heute sollen Sie von einem verrückten Reisenden vernehmen.« – »Gestehe es nur«, fügte Juliette hinzu, »diese Mitteilung ist nicht ohne Absicht.«