Freitag, 28. März 2014
Dienstag, 25. März 2014
Samstag, 22. März 2014
Freitag, 21. März 2014
Donnerstag, 20. März 2014
Donnerstag, 6. März 2014
Mittwoch, 5. März 2014
Aus
dem Parterre konnte er ihren Anblick fast gar nicht mehr aushalten, es saß ihm
gleich an der Kehle. Er machte sich aufs Theater, hinter die Wände. Die
perspektivische Magie war weg, aber der Zauber der Liebe blieb. Stundenlang
konnte er am schmierigen Lichtwagen stehn, sich den Qualm der Unschlittlampen
an die Nase gehen lassen, nach ihr hinausblicken, an einem Blick von ihr
erzittern und in dem Balken und Latten Gerippe sich ein Paradies fühlen. Die
ausgestopfte Lämmgen, Wasserfälle von Zindel, die pappene Rosenstöcke, und die
einseitigen Strohhütten rührten in ihm die lieblichsten
Bilder, die er je in Dichtern von Schäferwelt gelesen hatte, sogar die hagere,
langmäßige, weitbrüstige Tänzerinnen waren ihm nicht immer zu wider, weil sie
auf Einem Brette mit seiner Einzigen stunden.
Und
so ist es gewiß, daß Liebe, die selbst Rosen, und Myrtenwäldgen, und Mondschein
erst beleben muß, auch Hobelspäne und Papierschnitzeln beleben kann – Sie ist
so eine starke Würze, daß die schalsten und ekelsten Brühen davon schmackhaft
werden. Solch einer Würze brauchte es freilich um den Zustand leidlich und in
der Folge angenehm zu machen, in dem er gewöhnlich die verworrne Haushaltung
ihrer Stube, auch wohl gelegentlich sie selbst antraf.
In
einem feinen Bürgerhause erzogen war Ordnung und Reinlichkeit das Element worin
er atmete, und seine erhöhte Einbildungskraft hatte von jeher sein Zimmer, das
er als sein kleines Reich ansah, stattlich ausstaffiert. Seine Bett-Vorhänge
waren in großen Falten mit Quasten aufgezogen wie die Thronen gemalt werden,
mit einigen Unkosten hatte er sich einen Teppich in die Mitte des Zimmers und
einen feinen auf den Tisch angeschafft. Seine Bücher und Gerätschaften legte,
und stellte er fast mechanisch so, daß sie meist eine schöne Gruppe machten,
seine Mütze hatte er wie einen Turban zurechte gelegt, und die weiten Ärmel an
seinem Schlafrock nach türkischem Schnitt kurz stutzen lassen, davon er zwar
die Ursache angab, daß sie ihn im Schreiben hinderten, und wenn er Abends ganz
allein war, und niemand mehr zu fürchten hatte, trug er eine seidne Schärpe um
den Leib, auch sagt man, daß er wohl manchmal einen Dolch, den er sich aus
einer alten Rüstkammer zugeeignet, in Gürtel gesteckt habe und die Stube mit
auf und ab marschiert sei, ja er soll nie anders sein Gebet als knieend auf dem
Teppich verrichtet haben.




