Wie
sehr fühlte Wilhelm die Beschwerden dieses Zustandes und wie vergebens
arbeitete er um sich daraus zu versetzen. Sein altes bürgerliches Verhältnis
war schon wie durch eine Kluft von ihm getrennt und er in einen neuen Stand
aufgenommen und eingeweiht da er noch als Fremdling in dessen Vorhöfen zu
verweilen glaubte. Sein Geist ward vom hin- und wieder-Sinnen müde. Er ging
endlich gedankenlos im Zimmer auf und nieder, sein gepreßtes Herz strebte nach
Erleichterung und eine bängliche Wehmut bemächtigte sich seiner. Er warf sich
in einen Sessel und war sehr bewegt. Mignon trat herein und fragte: ob sie ihn
aufwickeln dürfe? – Das Kind war eine Zeither stiller und immer stiller
geworden, Wilhelm hatte sie ohne es zu merken vernachlässigt, sie fühlte es
desto tiefer.

