Die
kleine Anzahl nothwendiger und gewisser Wahrheiten wird niemals Geist und Herz
völlig befriedigen; wer sie entdeckt, hat ohne Zweifel den höchsten Ruhm, aber
auch nützlich für das menschliche Geschlecht haben die Verfasser solcher Werke
gearbeitet, die uns rühren oder angenehm betrügen. Will man die Leidenschaften
des Menschen mit metaphysischer Genauigkeit behandeln, so thut man seiner Natur
Gewalt. Auf dieser Erde giebt es nur Anfänge; keine Gränze ist bezeichnet, die
Tugend steht fest, aber das Glück schwebt im Weiten; und wenn es eine
Untersuchung nicht aushält, wird es durch sie vernichtet, wie glänzende
Nebelbilder, aus leichten Dünsten emporsteigend, für den verschwinden, der
durch sie hindurchgeht.
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Freitag, 4. April 2008
Dienstag, 11. September 2007
Vor Tisch schon rühmte Goethe, dass er wohlgetan, nach Köln zu gehen, sich von dem Herzog influenzieren zu lassen, er lasse sich ohnehin leicht bestimmen; und vom Herzog gern, denn der bestimme ihn immer zu etwas Gutem und Glücklichen, aber einige Personen seien, die einen ganz unheilbringenden Einfluss auf ihn hätten. Lange habe er es nicht gemerkt. Immer wenn sie ihm erschienen, sei ihm auch ganz unabhängig von ihnen irgend etwas Unangenehmes, Trauriges oder Unglückliches begegnet. Alle determinierten Naturen seien ihm glückbringend, so auch Napoleon.
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Dienstag, 4. September 2007
Dienstag, 24. Juli 2007
Wie in Rom außer den Römern noch ein Volk von Statuen war, so ist außer dieser realen Welt noch eine Welt des Wahns, viel mächtiger beinahe, in der die meisten leben.
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Mittwoch, 4. Juli 2007
»Euch darf ich's wohl gestehen,« sagte er, – »seit ich über den Ponte molle heimwärts fuhr, habe ich keinen rein glücklichen Tag mehr gehabt.« Und dabei waltete tiefe Rührung über seinen Zügen! »Ich lebte,« fuhr er fort, »zehn Monate lang zu Rom ein zweites akademisches Freiheitsleben; die vornehmere Gesellschaft ganz vermeidend, weil ich diese ja zu Hause schon habe.«
Samstag, 16. Juni 2007
Nur ein Augenblick war’s, in dem ich lebte, der wieget
Alle Tage, die sonst kalt mir verschwindenden, auf.
Alle Tage, die sonst kalt mir verschwindenden, auf.
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Auf den letzten Seiten von Wilhelm Meisters Lehrjahre drängen die Ereignisse einem Augenblick des vollkommenen Glücks entgegen, der wie in einem langsamer werdenden Traum immer schwieriger zu erlangen ist, bis der Roman unmittelbar vor diesem Augenblick, aber ohne ihn erreicht zu haben, zum Stillstand kommt.
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