Montag, 12. Oktober 2015
Schon hatte ich ein
Promemoria verfaßt, Einleitung und Beystimmung war zugesagt, als mich
glücklicher oder unglücklicher Weise ein Dämon beym Ärmel zupfte und mich
bedenken ließ, daß es die Zeit nicht sey, sich in öffentliche Angelegenheiten
zu mischen und daß man nur wohl lebe, indem man verborgen lebt.
Freitag, 9. Oktober 2015
Freitag, 2. Oktober 2015
Aber jede Betrachtung
bestärkt mich in jenem Entschluß: bloß auf Werke, sie seyen von welcher Art sie
wollen, und deren Hervorbringung meinen Geist zu richten, und aller
theoretischen Mittheilung zu entsagen. Die neusten Erfahrungen haben mich auf’s
neue überzeugt: daß die Menschen statt jeder Art von ächter theoretischer
Einsicht, nur Redensarten haben wollen, wodurch das Wesen was sie treiben zu
etwas werden kann. Einige Fremde die unsere Sammlung besuchten, die Gegenwart
unserer alten Freundin, und über alles das sich neu constituirende
Liebhabertheater haben mir davon schreckliche Beispiele gegeben, und die Mauer,
die ich schon um meine Existenz gezogen haben, soll nun noch ein Paar Schuhe
höher aufgeführt werden.
Sonntag, 27. September 2015
„Seht, lieben Kinder, was wäre ich denn, wenn ich nicht immer mit klugen Leuten umgegangen wäre und von ihnen gelernt hätte? Nicht aus Büchern, sondern durch lebendigen Ideentausch, durch heitre Geselligkeit müsst ihr lernen!“
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Bildung,
Gesellschaft,
Gespräch,
Klugheit
Donnerstag, 17. September 2015
Ein Stündchen bei Goethe in allerlei Gesprächen.
„Ich hatte wirklich einmal den Wahn, als sei es
möglich, ein deutsches Theater zu bilden. Ja ich hatte den Wahn, als könne ich
selber dazu beitragen und als könne ich zu einem solchen Bau einige Grundsteine
legen. Ich schrieb meine Iphigenie und meinen Tasso und dachte in kindischer
Hoffnung, so würde es gehen. – Allein es regte sich nicht und rührte sich nicht
und blieb alles wie zuvor. Hätte ich Wirkung gemacht und Beifall gefunden, so
würde ich Euch ein ganzes Dutzend Stücke wie die Iphigenie und den Tasso
geschrieben haben. An Stoff war kein Mangel. Allein, wie gesagt, es fehlten die
Schauspieler, um dergleichen mit Geist und Leben darzustellen, und es fehlte
das Publikum, dergleichen mit Empfindung zu hören und aufzunehmen.“
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