Mittwoch, 5. Februar 2014

 

Wie sehr fühlte Wilhelm die Beschwerden dieses Zustandes und wie vergebens arbeitete er um sich daraus zu versetzen. Sein altes bürgerliches Verhältnis war schon wie durch eine Kluft von ihm getrennt und er in einen neuen Stand aufgenommen und eingeweiht da er noch als Fremdling in dessen Vorhöfen zu verweilen glaubte. Sein Geist ward vom hin- und wieder-Sinnen müde. Er ging endlich gedankenlos im Zimmer auf und nieder, sein gepreßtes Herz strebte nach Erleichterung und eine bängliche Wehmut bemächtigte sich seiner. Er warf sich in einen Sessel und war sehr bewegt. Mignon trat herein und fragte: ob sie ihn aufwickeln dürfe? – Das Kind war eine Zeither stiller und immer stiller geworden, Wilhelm hatte sie ohne es zu merken vernachlässigt, sie fühlte es desto tiefer.

Keine Kommentare: