Freitag, 3. Januar 2014

 

Ihre langen Haare waren aufgegangen und hingen von der Weinenden nieder und ihr ganzes Wesen schien in einen Bach von Tränen unaufhaltsam dahin zu schmelzen. Ihre starren Glieder wurden gelinder, es ergoß sich ihr Innerstes und in der Verwirrung des Augenblickes fürchtete Wilhelm sie werde in seinen Armen zerschmelzen und er nichts von ihr übrig behalten. Er hielte sie nur fester und fester. – Mein Kind! rief er aus, mein Kind! du bist ja mein! wenn dich das Wort trösten kann! du bist mein! ich werde dich behalten! dich nicht verlassen! Ihre Tränen flossen noch immer. – Endlich richtete sie sich auf. Eine weiche Heiterkeit glänzte von ihrem Gesichte. – Mein Vater! rief sie, du willst mich nicht verlassen! willst mein Vater sein! – Ich bin dein Kind!

Keine Kommentare: