Donnerstag, 19. März 2026
Samstag, 14. März 2026
Wir treten also
weder der Urkraft der Natur, noch der Weisheit und Macht eines Schöpfers zu
nahe, wenn wir annehmen: daß diese mittelbar zu Werke gehe, jener mittelbar im
Anfang der Dinge zu Werke gegangen sei. Ist es nicht dieser großen Kraft
anständig, daß sie das Einfache einfach, das Zusammengesetzte zusammengesetzt
hervorbringe? Treten wir ihrer Macht zu nahe, wenn wir behaupten, sie habe ohne
Wasser keine Fische, ohne Luft keine Vögel, ohne Erde keine übrigen Tiere
hervorbringen können, so wenig als sich die Geschöpfe ohne die Bedingung dieser
Elemente existierend denken lassen.
Dienstag, 3. März 2026
Da im Wissen
sowohl als in der Reflexion kein Ganzes zusammengebracht werden kann, weil
jenem das Innre, dieser das Äußere fehlt, so müssen wir uns die Wissenschaft
notwendig als Kunst denken, wenn wir von ihr irgend eine Art von Ganzheit
erwarten. Und zwar haben wir diese nicht im Allgemeinen, im Überschwänglichen
zu suchen, sondern, wie die Kunst sich immer ganz in jedem einzelnen Kunstwerk
darstellt, so sollte die Wissenschaft sich auch jedesmal ganz in jedem
einzelnen Behandelten erweisen.
Donnerstag, 26. Februar 2026
Mittwoch, 11. Februar 2026
Nachmittags von 4
bis 5 Uhr weilte ich bei Goethen. Ein Frankfurter, Herr Fellner, wurde
angemeldet und abgeschlagen. »Man muß den Leuten abgewöhnen, einen unangemeldet
zu überfallen, man bekommt doch immer andere fremde Gedanken durch solche
Besuche, muß sich in ihre Zustände hineindenken. Ich will keine fremden
Gedanken, ich habe an meinen eigenen genug, kann mit diesen nicht fertig
werden.«
Montag, 9. Februar 2026
Eckermann trat
ein, das Gespräch kam auf Byron's Conversations. »Ich lese sie nun zum zweiten
Male, ich möchte sie nicht missen und doch lassen sie einen peniblen Eindruck
zurück. Wie viel Geklatsche oft nur um eine elende Kleinigkeit; welche
Empfindlichkeit über jedes alberne Urtheil der Journalisten, welch' ein wüstes
Leben mit Hunden, Affen, Pfauen, Pferden; alles ohne Folge und Zusammenhang. Nur
über Anschauungen urtheilt Byron vortrefflich und klar, Reflexion ist nicht
seine Sache, seine Urtheile und Combinationen sind dann oft die eines Kindes. Wie
viel zu geduldig läßt er sich Plagiate vorwerfen, scharmutzirt nur zu seiner
Vertheidigung, statt mit schwerem Geschütz die Gegner niederzudonnern.
