Lass im Irrtum sie gebettet,
Suche weislich zu entfliehn;
Bist ins Freie du gerettet,
Niemand sollst du nach dir ziehn.
Es ist eine so angenehme Empfindung, sich mit etwas
zu beschäftigen, was man nur halb kann, daß niemand den Dilettanten schelten
sollte, wenn er sich mit einer Kunst abgibt, die er nie lernen wird, noch den
Künstler tadeln dürfte, wenn er über die Grenze seiner Kunst hinaus in einem
benachbarten Felde sich zu ergehen Lust hat.
Manchmal, wenn mich ein neugieriges Verlangen nach
solchen abenteuerlichen Dingen anwandelte, habe ich den Reisenden beneidet, der
solche Wunder mit andern Wundern in lebendiger, alltäglicher Verbindung sieht.
Aber auch er wird ein anderer Mensch. Es wandelt niemand ungestraft unter
Palmen, und die Gesinnungen ändern sich gewiß in einem Lande, wo Elefanten und
Tiger zu Hause sind.
Als
die Rede auf die irländischen reichen Pfründen der protestantischen
Geistlichkeit kam, die man jetzt zu schmälern beantrage, äußerte er: »die
dunkeln Köpfe! Als ob man der Geistlichkeit etwas nehmen könnte! Als ob es
nicht ganz einerlei sei, wer etwas hat; wie viel wackere Männer giebt es, die
noch mehr haben, uns Bettlern kommt das nur viel vor.«
Als gegen Ende des vergangenen Jahres ich die angenehme Nachricht erhielt, daß eine mir freundlich bekannte Gesellschaft, welche bisher ihre Aufmerksamkeit inländischer Literatur gewidmet hatte, nunmehr dieselbe auf die ausländische zu wenden gedenke, konnte ich in meiner damaligen Lage nicht ausführlich und gründlich genug darlegen, wie sehr ich ein Unternehmen, bei welchem man auch meiner auf das geneigteste gedacht hatte, zu schätzen wisse.
Montag den 26. Mai 1793 von
Frankfurt nach Höchst und Flörsheim; hier stand viel Belagerungsgeschütz. Der
alte freie Weg nach Mainz war gesperrt, ich mußte über die Schiffbrücke bei
Rüsselsheim; in Ginsheim ward gefüttert; der Ort ist sehr zerschossen; dann
über die Schiffbrücke auf die Nonnenaue, wo viele Bäume niedergehauen lagen,
sofort auf dem zweiten Teil der Schiffbrücke über den größern Arm des Rheins.
Ferner auf Bodenheim und Oberulm, wo ich mich kantonierungsmäßig einrichtete
und sogleich mit Hauptmann Vent nach dem rechten Flügel über Hechtsheim ritt,
mir die Lage besah von Mainz, Kastel, Kostheim, Hochheim, Weißenau, der
Mainspitze und den Rheininseln. Die Franzosen hatten sich der einen bemächtigt
und sich dort eingegraben; ich schlief nachts in Oberulm.