Mittwoch, 15. März 2023
Freitag, 10. März 2023
Das Buch des Unmuts enthält Gedichte,
deren Art und Ton dem Osten nicht fremd ist. Denn gerade ihre Dichter, welche
Gönnern und Beschützern die herrlichsten Lobpreisungen erteilen, verlieren
alles Maß, wenn sie sich zurückgesetzt sehen oder nicht hinreichend belohnt
glauben. Ferner liegen sie immer mit Mönchen, Heuchlern und dergleichen im
Streit; auch mit der Welt, wie sie den verworrenen Gang der Dinge, der beinahe
von Gott unabhängig erscheint, nennen, sind sie immerfort im Kampfe begriffen.
Auf gleiche Weise verfährt der deutsche Dichter, indem er das, was ihn widerwärtig
berührt, heftig und gewaltsam abweist. Mehrere dieser Gedichte werden sich erst
in späten Zeiten für den Druck eignen.
Donnerstag, 2. März 2023
Dienstag, 28. Februar 2023
Dienstag, 21. Februar 2023
Montag, 20. Februar 2023
Unsre
Dichterin hat vor ein paar Tagen geschrieben und mir ihre Geschichte mit ihrem
Mann und Liebhaber gebeichtet. Sie gesteht, das Leben mit jenem sei ihr fast
unerträglich geworden und sie habe ihn vor einiger Zeit verlassen wollen. Doch
habe sie sich zusammen genommen und sich zur Pflicht gemacht, ferner und
verträglich mit ihm zu leben. Doch hätte sie notwendig noch vorher von ihrem
Liebhaber Abschied nehmen müssen, dies sei die Veranlassung ihrer letzten Reise
gewesen, und diesen Vorsatz habe sie wirklich, obgleich nicht ohne großen
Kampf, vollführt. Von jetzt an hoffe sie alles zu ertragen und endlich noch mit
ihrer Lage zufrieden zu geben. ... Ich weiß nicht, wie ihr zu raten und zu
helfen ist, denn sie schlägt, wie es scheint, zu ihren realistischen Zwecken
gar zu sentimentalische Mittel ein. Fällt Ihnen etwas ein, so teilen Sie mir`s
mit, oder soll ich sie nach W. zu Ihnen schicken? (Schiller, an Goethe)
