Eine Folge von sieben Jahren ist
in diesen Tagen verflossen, seit die höchsten H.H. Erhalter der Akademie Jena
das dortige Bibliotheksgeschäft unterzeichneter Behörde gnädigst zu übertragen
geruhten. Die Aufgabe war bedenklich, ja in den ersten Augenblicken nicht zu übersehen.
Mittwoch, 26. Oktober 2016
In einem beengten und durch
Umstände höchst ungünstigen Lokale befand sich ein seit Jahrhunderten
aufgehäufter, aus vielen einzelnen Teilen und Sammlungen übereinander
gedrängter, keineswegs geordneter Bücherschatz; diese Masse sollte geregelt und
zugleich die heranzubringende Schloßbibliothek eingeschaltet werden. Unmöglich
schien es, bei erster näherer Ansicht, einen allgemeinen Plan des gehörigen
Verfahrens alsobald zu entwerfen; daher man, wie Ärzte bei rätselhaften Krankheiten,
sich nur schrittweise bewegte, um vor allen Dingen die auffallenden Übel, die
größten Hindernisse zu beseitigen.
Zugleich müßte man gegenwärtig
aufgeben, eine Schilderung des damaligen Zustandes zu entwerfen, wenn nicht die
höchsten Herrn Erhalter Selbst sowohl als Ihre ersten Staatsdiener durch eigene
Einsicht und getreue Berichte, von ausgezeichnet tüchtigen und redlichen Männern
entworfen, sich davon vorläufig genugsam hätten überzeugt gesehen. Dabei bleibt
gern und dankbar einzugestehen, daß man aus einer einsichtig bemühten Vorarbeit
des Staatsminister Frhrn. v. Ziegesar die erstere genaue Kenntnis gezogen und hieraus
mit treuer Beachtung der bemerkten Mängel und aufgestellten Besserungs-Vorschläge
die eigne Arbeit begonnen.
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Ich sah in der
Farnesina die Geschichte der Psyche, deren farbige Nachbildungen so lange meine
Zimmer erheitern, dann zu St. Peter in Montorio die »Verklärung« von Raffael.
Alles alte Bekannte, wie Freunde, die man sich in der Ferne durch Briefwechsel
gemacht hat, und die man nun von Angesicht sieht. Das Mitleben ist doch ganz
was anders, jedes wahre Verhältnis und Mißverhältnis spricht sich sogleich aus.
Was träumet Ihr auf Eurer Dichterhöhe?
Was macht ein volles Haus Euch froh?
Beseht die Gönner in der Nähe!
Halb sind sie kalt, halb sind sie roh.
Der, nach dem Schauspiel, hofft ein Kartenspiel,
Der eine wilde Nacht an einer Dirne Busen.
Was plagt ihr armen Toren viel,
Zu solchem Zweck, die holden Musen?
Was macht ein volles Haus Euch froh?
Beseht die Gönner in der Nähe!
Halb sind sie kalt, halb sind sie roh.
Der, nach dem Schauspiel, hofft ein Kartenspiel,
Der eine wilde Nacht an einer Dirne Busen.
Was plagt ihr armen Toren viel,
Zu solchem Zweck, die holden Musen?
Sonntag, 25. September 2016
Du kennst
ihn und denkst ohne Anstrengung, daß er mich so wenig als die Welt schonte. Am
stärksten aber lehnte er sich auf das Argument, das er im Namen der großen
Gesellschaft gegen mich wendete. »Narrenpossen«, sagte er, »sind eure
allgemeine Bildung und alle Anstalten dazu. Daß ein Mensch etwas ganz
entschieden verstehe, vorzüglich leiste, wie nicht leicht ein anderer in der
nächsten Umgebung, darauf kommt es an, und besonders in unserm Verbande spricht
es sich von selbst aus. Du bist gerade in einem Alter, wo man sich mit
Verstande etwas vorsetzt, mit Einsicht das Vorliegende beurteilt, es von der
rechten Seite angreift, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den rechten
Zweck hinlenkt.«
Samstag, 17. September 2016
¡Un
ángel ¡Ay! Todos dicen otro tanto del dueño de su alma. ¿No es verdad? ¡Y sin
embargo, como decirte lo perfecta que es, porque lo es. Basta; ella abarca todos
mis sentidos, los domina. ¡Tanta ingenuidad unida a tanto ingenio!, ¡tanta
bondad con tanta fuerza de carácter! ¡Y la tranquilidad del alma en medio de la
vida más agitada!
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