Verzeihe! Es ist
Sonntag morgens und von aussen beruhigt mich nichts; denn fast sind wir schon
der neusten in der Volks- und Pöbelmasse aufgeregten Wildheiten gewohnt, auch
Durchmärsche nehmen wir als bekannt an. Wundersam kommt mir freilich vor, dass
sich nach vierzig Jahren der alte tumultarische Taumel wieder erinnert.
Freitag, 17. Juli 2015
Das Pariser Erdbeben
hat seine Erschütterungen durch Europa lebhaft verzweigt; ihr habt davon ja
auch einen Fieberanstoss empfunden. Alle Klugheit der noch Bestehenden liegt
darin, daß sie die einzelnen Paroxysmen unschädlich machen, und das beschäftigt
mich dann auch an allen Orten und Enden. Kommen wir darüber hinaus, so ist’s wieder
auf eine Weile ruhig. Mehr sag ich nicht.
Dienstag, 14. Juli 2015
Sonntag, 12. Juli 2015
Dabei
ging seine Ordnungsliebe fast bis ins Unglaubliche. Nicht nur, daß alle
eingegangenen Briefe und ebenso die Konzepte oder Kopien aller abgesendeten
monatlich in gesonderte Bände geheftet und über einzelne Unternehmungen, z. B.
selbst über jeden Maskenzug, den er anordnete, wieder eigene Aktenstücke
gebildet wurden - er entwarf auch periodische Tabellen über die Ergebnisse
seiner vielseitigen Tätigkeit, Studien und Fortschritte persönlicher oder
innerer Verhältnisse, aus denen dann am Jahresschlusse wieder gedrängte
Hauptübersichten zusammengestellt wurden.
Dienstag, 7. Juli 2015
Freitag, 26. Juni 2015
Die Gegenwart hat
wirklich etwas Absurdes; man meint das wär’ es nun, man sehe, man fühle sich,
darauf ruht man; was aber aus solchen Augenblicken zu gewinnen sei, darüber kommt
man nicht zur Besinnung. Wir wollen uns hierüber so ausdrücken: der Abwesende
ist die ideale Person; die Gegenwärtigen kommen sich einander ganz trivial vor.
Es ist ein närrisch Ding, daß durchs Reale das Ideelle gleichsam aufgehoben
wird, daher mag denn wohl kommen, daß den Modernen ihr Ideelles nur als Sehnsucht
erscheint.
Samstag, 6. Juni 2015
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