Lass
mich ein Gleichnis brauchen. Wenn du eine glühende Masse Eisen auf dem Herde
siehst, so denkst du nicht, dass so viel Schlacken drinstecken, als sich erst
offenbaren, wenn es unter den großen Hammer kommt. Dann scheidet sich der
Unrat, den das Feuer selbst nicht absonderte, und fließt und stiebt in
glühenden Tropfen und Funken davon, und das gediegene Erz bleibt dem Arbeiter
in der Zange. Es scheint, als wenn es so eines gewaltigen Hammers bedurft habe,
um meine Natur von den vielen Schlacken zu befreien und mein Herz gediegen zu
machen. Und wieviel Unrat weiß sich auch noch da zu verstecken.
Samstag, 13. Oktober 2012
Lieben
und Hassen, Hoffen und Fürchten sind auch nur beschränkte Zustände unseres
trüben Inneren, durch welches der Geist entweder nach der Licht- oder
Schattenseite hinblickt. Blicken wir durch die trübe organische Umgebung nach
dem Lichte hin, so lieben und hoffen wir. Blicken wir nach dem Finsteren, so
hassen und fürchten wir. Beide Seiten haben ihr Anziehendes und Reizendes. Für
manche Menschen sogar die traurige mehr als die heitere.
Freitag, 12. Oktober 2012
Donnerstag, 11. Oktober 2012
"Unter Liebenden", versetzte Goethe,
"ist diese magnetische Kraft besonders stark und wirkt sogar sehr in die
Ferne. Ich habe in meinen Jünglingsjahren Fälle genug erlebt, wo auf einsamen
Spaziergängen ein mächtiges Verlangen nach einem geliebten Mädchen mich
überfiel und ich so lange an sie dachte, bis sie mir wirklich entgegenkam. 'Es
wurde mir in meinem Stübchen unruhig', sagte sie, 'ich konnte mir nicht helfen,
ich musste hierher.'"
Samstag, 6. Oktober 2012
Ferne sei es von uns, den übelgedachten und übelgeschriebenen Text, den wir vor uns haben, zu kommentieren; nicht ohne Unwillen werden unsre Leser jene Blätter am angezeigten Orte durchlaufen und die ungebildete Anmassung, womit man sich in einen Kreis von Bessern zu drängen, ja Bessere zu verdrängen und sich an ihre Stelle zu setzen denkt, diesen eigentlichen Sansculottismus zu beurteilen und zu bestrafen wissen. Nur weniges werde dieser rohen Zudringlichkeit entgegengestellt.
Freitag, 5. Oktober 2012
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