Mittwoch, 16. Mai 2012

»Doch wir wollen uns nicht melancholischen Betrachtungen hingeben,« fuhr Goethe nach einer Pause fort.

Dienstag, 15. Mai 2012

Sonntag, 6. Mai 2012


An den Geist des Johannes Sekundus.

Lieber, heiliger, groser Küsser,
Der du mir's in lechzend athmender
Glückseeligteit fast vorgethan hast!
Wem soll ich's klagen? klagt ich dir's nicht!
Dir, dessen Lieder wie ein warmes Küssen
Heilender Kräuter mir unters Herz sich legten,
Dass es wieder aus dem krampfigen Starren
Erdetreibens klopfend sich erhohlte.
Ach wie klag ich dir's, dass meine Lippe blutet,
Mir gespalten ist, und erbärmlich schmerzet,
Meine Lippe, die soviel gewohnt ist
Von der Liebe süsstem Glück zu schwellen
Und, wie eine goldne Himmelspforte,
Lallende Seeligkeit aus und einzustammeln.
Gesprungen ist sie! Nicht vom Biss der Holden,
Die, in voller ringsumfangender Liebe,
Mehr mögt haben von mir, und mögte mich Ganzen
Ganz erküssen, und fressen, und was sie könnte!
Nicht gesprungen weil nach ihrem Hauche
Meine Lippen unheilige Lüfte entweihten.
Ach gesprungen weil mich, öden, kalten,
Über beizenden Reif, der Herbstwind anpackt.
Und da ist Traubensaft, und der Saft der Bienen,
An meines Heerdes treuem Feuer vereinigt,
Der soll mir helfen! Warrlich er hilft nicht
Denn von der Liebe alles heilendem
Gift Balsam ist kein Tröpfgen drunter

d. 2. Nov. 76.             G.

Sonntag, 29. April 2012

Man sagt wohl zum Lobe des Künstlers: Er hat alles aus sich selbst. Wenn ich das nur nicht wieder hören müsste! Genau besehen, sind die Produktionen eines solchen Originalgenies meistens Reminiszenzen; wer Erfahrung hat, wird sie meist einzeln nachweisen können.

Dienstag, 24. April 2012

Lasst uns doch vielseitig sein! Märkische Rübchen schmecken gut, am besten gemischt mit Kastanien. Und diese beiden edlen Früchte wachsen weit auseinander.

Mittwoch, 18. April 2012

Dienstag, 17. April 2012

 

Dir, alter Jason, noch so spät
Keimt abermal ein feindlicher Hauf:
Als hätte man K-s Zähne gesät,
Die Saat wächst grimmiger immer auf.

Samstag, 14. April 2012

"Wir wollen erwarten", sagte Goethe, "was uns die Götter Weiteres bringen. Es lässt sich in solchen Dingen nichts beschleunigen."
Es liegt in solchen sinnlichen Dingen mehr, als man denkt, und man muss dem Geistigen mit allerlei Künsten zu Hülfe kommen.

Dienstag, 10. April 2012

"Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei", sagte Goethe, "und besonders nicht, dass er alleine arbeite; vielmehr bedarf er der Teilnahme und Anregung, wenn etwas gelingen soll. ..."