Freitag, 8. Januar 2010

Donnerstag, 7. Januar 2010

„Die Hofleute müssten vor Langerweile umkommen, wenn sie ihre Zeit nicht durch Zeremonie auszufüllen wüssten.“
„Nun da Sie wieder hier sind,“ sagte er, „kann es noch einen recht hübschen August für mich geben.“

Sonntag, 3. Januar 2010

Was die Menschen bei ihren Unternehmungen nicht in Anschlag bringen und nicht bringen können, und was da, wo ihre Grösse am herrlichsten erscheinen sollte, am auffallendsten waltet - der Zufall nachher von ihnen genannt -, das ist eben Gott, der hier unmittelbar mit seiner Allmacht eintritt und sich durch das Geringfügigste verherrlicht.
Goethe bemerkte, der Herzog von Braunschweig habe schon vor vielen Jahren und noch vor der französischen Revolution gegen Herder einmal vertraulich geäussert: er sehe die innere Auflösung der ganzen preussischen Einrichtungen wohl ein, wolle suchen, alles, so gut es gehen möge, hinzuhalten, und wenn alles zusammenbreche, sei eine Kugel sein endlich Bedürfnis.
Als man ihn einen göttlichen Mann nannte, sagte er: „Ich habe den Teufel vom Göttlichen! Was hilft’s mir, dass man mir nachsagt: das ist ein göttlicher Mann, wenn man nur nach eigenem Willen tut und mich hintergeht. Göttlich heisst den Leuten nur der, der sie gewähren lässt, wie ein jeder Lust hat.“
Er drückte dies ein andermal auch so aus: „Man hält niemanden für einen Gott, als dass man gegen seine Gesetze handeln will; weil man ihn zu betrügen hofft; weil er sich was gefallen lässt; weil er entweder von seiner Absolutheit so viel nachlässt, dass man selber auch absolut sein kann.“

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Dienstag, 22. Dezember 2009

Da nun den Menschen eigentlich nichts interessiert als seine Meinung, so sieht jedermann, der eine Meinung vorträgt, sich rechts und links nach Hilfsmitteln um, damit er sich und andere bestärken möge. Des Wahren bedient man sich, solange es brauchbar ist, aber leidenschaftlich rhetorisch ergreift man das Falsche, sobald man es für den Augenblick nutzen, damit, als einem Halbargumente, blenden, als mit einem Lückenbüßer das Zerstückelte scheinbar vereinigen kann. Dieses zu erfahren, war mir erst ein Ärgernis, dann betrübte ich mich darüber, und nun macht es mir Schadenfreude: Ich habe mir das Wort gegeben, ein solches Verfahren niemals wieder aufzudecken.
Goethe machte mir Vorwürfe, dass ich eine hiesige angesehene Familie nicht besucht. „Sie hätten,“ sagte er, „im Laufe des Winters dort manchen genussreichen Abend verleben, auch die Bekanntschaft manches bedeutenden Fremden dort machen können; das ist Ihnen nun, Gott weiss durch welche Grille, alles verloren gegangen.“
„Ihr seid ein wunderlicher Christ,“ sagte Goethe lachend; „tut, was Ihr wollt, ich will Euch gewähren lassen.“