Samstag, 21. März 2009

Vor wenigen Tagen bin ich hier angekommen, heute war ich zuerst bei Goethe. Der Empfang seinerseits war überaus herzlich und der Eindruck seiner Person auf mich der Art, daß ich diesen Tag zu den glücklichsten meines Lebens rechne.

Freitag, 20. März 2009

Mittwoch, 18. März 2009

Jetzt ist er sehr stolz und finster und ernst; jedoch hat er der Liebe noch nicht entsagt, denn er hat so ein Mittelding zwischen Frau und Mädchen bei sich und führt es überall mit sich herum, auch sitzt es im Theater neben ihm und sieht ihn zärtlich an, wenn verliebte Stellen kommen.
… dass über Göthe's Gesicht ein Erröthen der Ueberraschung ging, ein Ausdruck der gutmüthig fragte, warum man ihm seine geheimsten Ueberzeugungen entlocken wolle? Und so bin ich überzeugt, dass er nicht einmal seinen Freund nur habe ahnen lassen, wie er über den Dichter Schiller denke. Überhaupt ist der zarten Schonung, der Gutmütigkeit in Göthe weit mehr, als die Menschen glauben, und ich meine, dass in seinem Charakter viel weniger Härte sei als in Schillers. Doch ist es freilich leichter, keine Härte an sich hervortreten zu lassen, wenn man in Lebensfülle, reicher Wohlbehaglichkeit, und rüstiger Gesundheit blüht, was doch im ganzen von Goethe gilt, als wenn ein starker Geist seinem Körper, in welchem das Leben untergraben ist, die lebendigste Anstrengung abtrotzen muss …

Sonntag, 8. März 2009

Ich gab ihm vollkommen recht, wenn er die protestantische Religion beschuldigte, sie hätte dem einzelnen Individuum zu viel zu tragen gegeben. ... „Die Ohrenbeichte“, sagte er, „hätte dem Menschen nie sollen genommen werden.“

Freitag, 6. März 2009

Donnerstag, 5. März 2009

Die Hofluft tut den schönen Geistern nicht wohl. - Schiller wird auch immer krank, wenn er an Hof geht.
Ich kann nicht begreifen, wie man sich selbst ersticken kann, wie es doch mit unserm Goethe der Fall ist.
Noch heute morgen sagte er zu mir: Nun kommen die traulichen Winterabende, da wollen wir zusammen lesen, und brav rezensieren.

Mittwoch, 4. März 2009

Dabei ist Goethe die Liebe selbst und sucht in allen Dingen und bei allen Menschen nur die vorteilhaftesten Seiten auf, und beurteilt den Menschen nur nach dem Massstabe dessen, was er seiner inneren Natur nach zu leisten im Stande ist. Wie kämen wir schwachen Kinder des Staubes auch sonst neben ihm zurecht, wenn er diese schonende und liebreiche Maxime nicht hätte?