Dienstag, 3. März 2009

Montag, 2. März 2009

Die gnädigen Gesinnungen, welche Eure Durchlaucht so edelmütig gegen mich äussern, befreien mein Herz von einer grossen Last ...
Gestern war Apollo hier und sagte, er würde es in zwei Teile teilen, und es wird nun besser gehen, auch umgibt ein Sternenkranz seitdem mein Haupt, denn als ich einige Stellen lobte, erhob sich Apoll und küsste die Stirn, welche so fein und zart sentierte, und das fühlte, was nur die zartesten Seelen fassen könnten – seit diesem Tag glänzt meine Stirn, wie das Angesicht Moses …

Donnerstag, 26. Februar 2009

Das Innere des Hauses machte auf mich einen sehr angenehmen Eindruck; ohne glänzend zu sein, war alles höchst edel und einfach; auch deuteten verschiedene an der Treppe stehende Abgüsse antiker Statuen auf Goethes besondere Neigung zur bildenden Kunst und dem griechischen Altertum. Ich sah verschiedene Frauenzimmer, die unten im Hause geschäftig hin und wieder gingen; auch einen der schönen Knaben Ottiliens, der zutraulich zu mir herankam und mich mit großen Augen anblickte.

Freitag, 20. Februar 2009

Sonntag, 15. Februar 2009

Überdies war der tägliche Umgang mit ganz vorzüglichen Köpfen unter den Studierenden und das unaufhörliche besprechen der höchsten Gegenstände auf Spaziergängen und oft bis tief in die Nacht hinein, für mich ganz unschätzbar und auf meine immer freiere Entwicklung von günstigstem Einfluß.

Freitag, 13. Februar 2009

Könnte ich Dir doch den einen Nachmittag schildern, wo ich bis in den Abend hinein fünf volle Stunden bei ihm allein war. Er war vom Hofe gekommen, alle seine Hausgenossen waren spazieren gefahren, da schickte er zu mir mit den Worten: „ich solle ihm Gesellschaft leisten“. Als ich zu ihm ins Zimmer trat, fand ich ihn, schon wieder in seinem blauen, heimischen Ueberrock, seine Medaillen und Münzen durchmusternd; er gab mit freundlich die Hand und sah mir noch freundlicher ins Gesicht. Er sah so recht behaglich und gemütlich aus und war es auch in der Tat.
On the threshold immediately before the ante-chamber is inlaid in large letters: SALVE.
Dem herrlichen Goethe bin ich nun in meiner neuen Wohnung recht nahe, ich kann ihn täglich sehen und darf zu ihm kommen, wann ich will. Ich darf ihn um alles fragen, um jede Belehrung bitten, jeden Zweifel unverhohlen mitteilen. Gewöhnlich zweimal die Woche esse ich bei ihm, einmal abends, einmal mittags, aber auch sonst lässt er mich manchmal zu sich kommen, entweder zum Spazierengehn, oder wenn er Lust zu sprechen hat, oder dies oder jenes zeigen und erklären, oder auch, wenn meine Kräfte reichen, erklärt haben will.
Hätte Lorenz länger leben und eine fortschreitende stufenhafte Ausbildung des gegründeten Zustandes statthaben können, so würde die Geschichte von Florenz eins der schönsten Phänomene darstellen; allein wir sollen wohl im Lauf der irdischen Dinge die Erfüllung des schönen Möglichen nur selten erleben.