Sonntag, 12. November 2006
Mittwoch, 8. November 2006
Donnerstag, 2. November 2006
Weh! steck ich in dem Kerker
noch?
Verfluchtes
dumpfes Mauerloch,
Wo selbst
das liebe Himmelslicht
Trüb durch
gemalte Scheiben bricht!
Beschränkt
von all dem Bücherhauf,
Den Würme
nagen, Staub bedeckt,
Und bis ans
hohe Gewölb hinauf
Mit
angeraucht Papier besteckt,
Mit
Gläsern, Büchsen rings bestellt,
Mit
Instrumenten vollgepfropft,
Urväter
Hausrat drein gestopft –
Das ist
deine Welt, das heißt eine Welt!
Samstag, 14. Oktober 2006
Mit Rührung erinnere ich mich, wie uns Goethe, in tiefer Herzensbewegung, unter hervorquellenden Tränen, den Gesang, den das Gespräch Hermanns mit der Mutter am Birnbaume enthält, gleich nach der Entstehung vorlas. „So schmilzt man bei seinen eigenen Kohlen“, sagte er, indem er sich die Augen trocknete.
Donnerstag, 5. Oktober 2006
Mittwoch, 4. Oktober 2006
„Haben Sie auch schon geliebt?“ - „Ich kann es nicht leugnen. In einem Alter von 21 Jahren kam ich in die Nähe einer schönen Witwe, für die sich alle Gefühle in mir regten; - aber Verhältnisse hinderten mich, in jeder Rücksicht ihr meine Zuneigung zu gestehen. Ich verehrte sie, und nur in ihrer Gegenwart befand ich mich wohl; aber – ich sah die Unmöglichkeit, ihr die Unruhe meines Herzens zu offenbaren.“ - „War sie schön?“ – „So fand ich sie, und man sagte mir, dass sie in ihrem unverheirateten Stande das schönste Mädchen in der ganzen Umgebung gewesen wäre.“ - „Wissen Sie wohl, dass das Herz Geheimnisse hat, wovon der Verstand nichts weiss?“ - „Das habe ich schon öfters eingesehen, aber nicht mit Worten auszudrücken verstanden.“ - „Wissen Sie: le paradis est pour les âmes tendres, et condamnés sont ceux qui n’aiment rien.“
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