Mittwoch, 15. November 2023

Wie sich einmal der geistige Organism des Menschen gebildet, darüber könne er nicht hinaus; die Natur schaffe nichts Ganzes in den Individuen, während der Charakter der Gattung freilich ein Ganzes sei und man die verschiednen menschlichen Eigenschaften eigentlich nicht zersplittert denken dürfe.

Montag, 13. November 2023

Donnerstag, 9. November 2023

 

Da begreift man denn nun nicht, wie es ein Mensch  noch vierzig ahre in einer Welt hat aushalten können, die ihm in früher Jugend schon so absurd vorkam.

Du tatest wohl, die Welt einmal wieder in ihrer verwegenen Regsamkeit zu beschauen, das geht denn immer fort und vorwärts wie eine Belagerung; niemand kümmert sich, wer in der in den Tranchéen oder bei einem Ausfalle zugrunde geht.

Samstag, 28. Oktober 2023

 

Tausend und aber tausend Betrachtungen schließen sich hier an; erlauben Sie mir nach unsrer alten Weise nur noch ein allgemeines Wort, veranlaßt durch eine Stelle Ihres Briefes an Lenardo. Wir wollen der Hausfrömmigkeit das gebührende Lob nicht entziehen: auf ihr gründet sich die Sicherheit des Einzelnen, worauf zuletzt denn auch die Festigkeit und Würde des Ganzen beruhen mag; aber sie reicht nicht mehr hin, wir müssen den Begriff einer Weltfrömmigkeit fassen, unsre redlich menschlichen Gesinnungen in einen praktischen Bezug ins Weite setzen und nicht nur unsre Nächsten fördern, sondern zugleich die ganze Menschheit mitnehmen.

 

Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.

Mittwoch, 11. Oktober 2023

 

Huri

Heute steh ich meine Wache

Vor des Paradieses Tor,

Weiß nicht grade, wie ich's mache,

Kommst mir so verdächtig vor!


Ob du unsern Mosleminen

Auch recht eigentlich verwandt?

Ob dein Kämpfen, dein Verdienen

Dich ans Paradies gesandt?

Zählst du dich zu jenen Helden?

Zeige deine Wunden an,

Die mir Rühmliches vermelden,

Und ich führe dich heran.

 

Dichter

Nicht so vieles Federlesen!

Laß mich immer nur herein:

Denn ich bin ein Mensch gewesen,

Und das heißt ein Kämpfer sein.


Schärfe deine kräft'gen Blicke!

Hier! – durchschaue diese Brust,

Sieh der Lebenswunden Tücke,

Sieh der Liebeswunden Lust.


Und doch sang ich gläub'ger Weise:

Daß mir die Geliebte treu,

Daß die Welt, wie sie auch kreise,

Liebevoll und dankbar sei.

 

Mit den Trefflichsten zusammen

Wirkt ich, bis ich mir erlangt,

Daß mein Nam' in Liebesflammen

Von den schönsten Herzen prangt.

 

Nein! du wählst nicht den Geringern!

Gib die Hand, daß Tag für Tag

Ich an deinen zarten Fingern

Ewigkeiten zählen mag.

Sonntag, 1. Oktober 2023

 

Wie lange pflegt sie wohl zu schwärmen?  

 

Wir kochen breite Bettelsuppen.