Ich freue mich nur wie stattlich und in schönster Ordnung meine Institute zu Jena sind, die nur errichtet wurden, um das zu leisten, was die Nominal-Professuren nicht vermögen. Ich habe auch den Stolz, daß sie nicht zwei Jahre nach meinem Tode fortbestehen, sondern mit mir untergehen werden. Denn dann wird Man hinein pfuschen, alles persönlich und willkührlich betrachten, statt daß ich alles rein objectiv behandelt und keine einzigen unnützen oder überflüssigen Angestellten habe. Er sprach dann von Meteorologie und wie er den Einfluß der Planeten und selbst des Mondes verwerfe, nichts auf den Thermometer und alles auf den Barometer setze. Je mehr er auf seine Studien kam, je lebendiger und heitrer wurde er und erregte auch in mir lebhaftere Arbeitslust.
Dienstag, 20. Juni 2023
Von dem Abgrunde der Jenaischen
Professor-Gemeinheit, veranlaßt durch Besprechung über Voigts j. Anspruch auf
eine Facultäts Stelle. Von Hands Intriguen und des Curators entsezlicher
Schwäche. Von des Fürsten unbegreiflicher Passivität in diesen Jenensibus. Er
hat absolut keinen Begrif von der Vergangenheit und dem was in ihr geleistet
worden, kaum die Gegenwart ist ihm klar, es ist kein wahres daurendes Intereße
an dem was geschieht vorhanden und so müßte Man sich zu Tode ärgern, hätte Man
sich nicht längst Raison gemacht und auf das Unerreichbare verzichtet. Man muß
eben alles so hingehen lassen und sich im Sommer auswärts Heiterkeit und
frische Lebenslust hohlen, den Winter durch hier auszuhalten.
Freitag, 16. Juni 2023
Dienstag, 6. Juni 2023
Alle Welt trägt sich mit Goethens Liebesgeschichte, und seine Familie fürchtete sogar eine Heirat. So toll ich diese fände, so freut mich doch die Jugendkraft des Herzens an ihm, sich noch verlieben zu können. Wie es bei ihm immer war, der Wert des Gegenstandes liegt bloss in seiner Vorstellung, denn eigentlich soll gar nichts Vorzügliches daran sein. Die Familie sind Spieler und sehr spekulativ, doch denke ich, zur Heirat soll er sich nicht fangen lassen.
Freitag, 2. Juni 2023
Dienstag, 30. Mai 2023
Da sie denn aber
doch zuletzt nicht allein sein kann, sich irgendwo anschließen, und ihrer Natur
nach zugleich dienen und herrschen muß: so läuft ihre ganze Existenz auf eine
Gesellschaftsdame und Hofmeisterin hinaus, auf ein Dasein, das sich ein
Frauenzimmer nicht leicht wünschenswert vorstellen möchte.
Scheinen wir durch
diese Betrachtung ein Buch, das wir bisher gepriesen, gleichsam zu vernichten:
so glauben, wir durch folgende Erklärung die Sache wieder ins Gleiche zu
bringen. Jeder Mensch, das Weib so gut als der Mann, will seine Individualität
behaupten, und behauptet sie auch zuletzt, nur jedes auf seine Weise. Wie die Frauen
ihre Individualität behaupten können, wissen sie selbst am besten, und wir
brauchen sie es nicht zu lehren. Es ist aber immer angenehm und nützlich, und
gibt zu den interessantesten Vergleichungen Anlaß, wenn uns einmal im Bilde
gezeigt wird, wie eine Frau jenen Zweck zu erreichen suchen würde, wenn sie
männlich gesinnt wäre.

