Dienstag, 7. Juli 2015
Freitag, 26. Juni 2015
Die Gegenwart hat
wirklich etwas Absurdes; man meint das wär’ es nun, man sehe, man fühle sich,
darauf ruht man; was aber aus solchen Augenblicken zu gewinnen sei, darüber kommt
man nicht zur Besinnung. Wir wollen uns hierüber so ausdrücken: der Abwesende
ist die ideale Person; die Gegenwärtigen kommen sich einander ganz trivial vor.
Es ist ein närrisch Ding, daß durchs Reale das Ideelle gleichsam aufgehoben
wird, daher mag denn wohl kommen, daß den Modernen ihr Ideelles nur als Sehnsucht
erscheint.
Samstag, 6. Juni 2015
Verzeihen mir
jedoch meine Freunde, wenn ich künftig wortkarg erfunden werde; während eines
Reisezugs rafft man unterwegs auf, was man kann, jeder Tag bringt etwas Neues,
und man eilt, auch darüber zu denken und zu urteilen. Hier aber kömmt man in
eine gar große Schule, wo ein Tag so viel sagt, daß man von dem Tage nichts zu
sagen wagen darf. Ja, man täte wohl, wenn man, jahrelang hier verweilend, ein
pythagoreisches Stillschweigen beobachtete.
Dienstag, 2. Juni 2015
Nur nichts als Profession getrieben! Das ist mir
zuwider. Ich will alles, was ich kann, spielend treiben, was mir eben kommt und
so lange die Lust daran währt. So hab' ich in meiner Jugend gespielt unbewusst;
so will ich's bewusst fortsetzen durch mein übriges Leben. Nützlich - Nutzen,
das ist eure Sache. Ihr mögt mich benutzen; aber ich kann mich nicht auf den
Kauf oder Nachfrage einrichten. Was ich kann und verstehe, das werdet ihr
benutzen, sobald ihr wollt und das Bedürfnis danach habt. Zu einem Instrument
gebe ich mich nicht her; und jede Profession ist ein Instrument oder, wollt ihr
es vornehmer ausgedrückt, ein Organ.
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