Dienstag, 16. September 2014
Donnerstag, 11. September 2014
Da
faßte mich bei einen Gedanken, aus dem der seinige zurückstrahlte, plötzlich
sein Flammenauge, und ich sahe Fausts Schöpfer. Ich sehe ihn seitdem täglich
und versäume keine Gelegenheit, ihn zu sehen. Anfangs quälten mich seine
Blicke, die ich immer auf mir und an mir empfand, wenn ich ihn nicht ansah, und
die dann die des forschenden Beobachters waren; und des
Beobachters ohne Hoffnung und Glauben an reinen Menschenwert, der nur neue
Gestalten zu seinen lebensvollen Gemälden sucht und in die Welt sieht wie in
einen Guckkasten.
Mittwoch, 10. September 2014
Mir gehts mit Goethen wunderbar; nach acht
Tagen, wie er mich so heftig verlassen hat, kommt er mit einem Übermaß voll
Liebe wieder. Ich hab zu mancherlei Betrachtungen durch Goethen Anlass
bekommen; je mehr ein Mensch fassen kann, deucht mir, je dunkler, anstössiger
wird ihm das Ganze, je eher fehlt man den ruhigen Weg; gewiss hatten die
gefallenen Engel mehr Verstand, wie die übrigen.
„Ich kann Ihnen nicht beschreiben, wie sehr mich
die Wahrheit, das schöne Leben, die einfache Fülle dieses Werkes bewegte. Ruhig
und tief, klar und doch unbegreiflich wie die Natur, so wirkt es und steht es
da, und alles, auch das kleinste Nebenwerk, zeigt die schöne Gleichheit des
Gemütes, aus welchem alles geflossen ist.“
Dienstag, 2. September 2014
Freitag, 29. August 2014
Gleichzeitig
wurde der Weimarer Herzog Karl August auf Luise aufmerksam und machte ihr,
obwohl beide verheiratet waren, unverhohlen den Hof. Er besuchte zusammen mit
Goethe mehrfach Schloss Neunheilingen. Obwohl Luise ihm, wie vermutet wird,
auch gewogen war, hielt sie dennoch zu ihrer nicht sehr glücklichen Ehe. Auch
Goethe bewunderte die Frau sehr, wie u.a. in einem Brief an Frau von Stein zum
Ausdruck kommt. Die Verhältnisse und Erlebnisse auf Neunheilingen hat Goethe
auch in seinen Wilhelm-Meister-Romanen einfließen lassen.
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