Wenn wir
das Edle in Handlung und Gesinnung mit dem Unedlen messen, so nennen wir das
Edle groß, das Unedle klein. Messen wir wieder das Edle, Große und Schöne nach
der Höhe, in der es über uns, unsrer Fassungskraft kaum noch erreichbar, ist,
so geht der Begriff des Schönen in den Begriff des Erhabenen über.
Dienstag, 12. August 2014
Montag, 28. Juli 2014
Donnerstag, 24. Juli 2014
Man
erkennt in diesen wenigen Bogen den Tief- und Scharfsinn des Verfassers, den er
schon in so manchen Schriften gezeigt; wir finden ihn jenen Grundsätzen getreu,
zu welchen er sich schon ehemals bekannt. Nur schadet die Gedrängtheit der
Methode und des Stils dem wohldurchdachten und bei mehrerer Beleuchtung auch
wohlgeordneten Inhalt.
Er
schrieb diese Blätter in Rom, in der Nähe so manches Schönen, das Natur und
Kunst hervorbrachte; er schrieb gleichsam aus der Seele und in die Seele des
Künstlers, und er scheint bei seinen Lesern auch diese Nähe, diese
Bekanntschaft mit dem Gegenstande seiner Betrachtung vorauszusetzen; notwendig
muß daher sein Vortrag dunkel scheinen und manchen unbefriediget lassen.
Sonntag, 13. Juli 2014
Die Schrift von Moritz entwickelte mit
Entschiedenheit und Stringenz das Programm der Autonomie der Kunst. Die Pointe
des Gedankens liegt dabei in der Anwendung des Spinozismus auf die Kunst. Das
Ganze ist Gott, hatte Spinoza erklärt. ... Nach dem Vorbild des spinozistischen
Begriffs vom Weltganzen bildet Moritz nun den Begriff der Kunst als einer in
sich geschlossenen Ganzheit im Kleinen ... Dem Künstler kann ein Werk nur
gelingen, wenn der Schwerpunkt ganz in dem zu schaffenden Werk liegt, ohne
äussere Rücksichtnahme. ...
Die Gedanken zur Autonomie der Kunst gewannen
nach der Rückkehr aus Italien eine grosse Bedeutung für Goethe. ... Vor der
Reise nach Italien galt die Lebenskunst der Doppelexistenz als Künstler und
Amtsmensch. Goethe hatte erkannt, wie wichtig es ist, die Sphären getrennt zu
halten, indem man zwar aus dem Leben poetische Funken schlägt, aber umgekehrt der
Poesie nicht erlaubt, das Leben zu beherrschen. ...
Das Neue ist: Der Autonomiegedanke begründet vom Inneren der Kunst her, weshalb die Kunst und mit ihr das Künstlertum als eigene Sphäre, als eigene in sich geschlossene Welt, als nutzloses Ganzes für sich bestehen soll und darf. ... Bisher war es ein kränkender Vorwurf gewesen, dass die Kunst doch eigentlich ein nutzloses Geschäft sei. Die Autonomiegedanken lassen diese Kränkung verschwinden. Kunst ist ein in sich selbst sinnhaft geschlossnener Kreis, der eben darum keinem anderen Zweck dient. ... Wo Kränkung war, soll Stolz werden: Die Kunst ist keinem dienstbar! Knebel konstatiert verwundert: Die Kunst hat ihn ganz eingenommen; er sieht solche als Ziel aller menschlichen Erhöhung.
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