Freitag, 6. September 2013
Dienstag, 3. September 2013
Ein
paar neue Körbe wurden angeschafft, und ein Netz von bunten Schnüren, Flocken
und Quasten, mit klingenden Metallstiften untermischt, zierte den Hals des
langohrigen Geschöpfs, das sich nun bald neben seinem Musterbilde an der Wand
zeigen durfte. Niemanden fiel ein, über mich zu spotten, wenn ich in diesem
Aufzuge durchs Gebirge kam: denn man erlaubt ja gern der Wohltätigkeit eine
wunderliche Außenseite.
Ihr denkt, ohne daß ich es weitläufig beschreibe, wie wunderlich mir zumute war. Was ich so lange gesucht, hatte ich wirklich gefunden. Es war mir, als wenn ich träumte, und dann gleich wieder, als ob ich aus einem Traume erwachte. Diese himmlische Gestalt, wie ich sie gleichsam in der Luft schweben und vor den grünen Bäumen sich her bewegen sah, kam mir jetzt wie ein Traum vor, der durch jene Bilder in der Kapelle sich in meiner Seele erzeugte. Bald schienen mir jene Bilder nur Träume gewesen zu sein, die sich hier in eine schöne Wirklichkeit auflösten.
Schon
hatte sie mich für das ganze Leben gewonnen, als wir in dem Orte vor der Türe
jener guten Frau anlangten und ich schon eine schmerzliche Trennung vor mir
sah. Nochmals durchlief ich ihre ganze Gestalt, und als meine Augen an den Fuß
herabkamen, bückte ich mich, als wenn ich etwas am Gurte zu tun hätte, und
küßte den niedlichsten Schuh, den ich in meinem Leben gesehen hatte, doch ohne
daß sie es merkte.


