Donnerstag, 5. Mai 2011

„Ich habe nun,“ fuhr Goethe fort, „der deutschen Malerei über fünfzig Jahre zugesehen, ja nicht bloß zugesehen, sondern auch von meiner Seite einzuwirken gesucht, und kann jetzt so viel sagen, daß, so wie alles jetzt steht, wenig zu erwarten ist. Es muß ein großes Talent kommen, welches sich alles Gute der Zeit sogleich aneignet und dadurch alles übertrifft. Die Mittel sind alle da, und die Wege gezeigt und gebahnt. Haben wir doch jetzt sogar auch die Phidiasse vor Augen, woran in unserer Jugend nicht zu denken war. Es fehlt jetzt, wie gesagt, weiter nichts als ein großes Talent, und dieses, hoffe ich, wird kommen; es liegt vielleicht schon in der Wiege und Sie können seinen Glanz noch erleben.“

Freitag, 22. April 2011

 

Messieurs! Es ist der Gebrauch, wer diese Straße bereiset,
Legt für die Dummen was, für die Gebrechlichen ein.


 

Dienstag, 19. April 2011

Die empirisch-sittliche Welt besteht grösstenteils nur aus bösem Willen und Neid.

An Voigt


Gehorsamstes pro Memoria.

Gefällig zu gedenken.
1) Der hiesige Gastwirth zum Bären wünscht bey sich ein Billard aufzustellen, ich weiß nicht ob so etwas zulässig ist und von wem die Vergünstigung abhängt; Sie haben ja wohl die Güte mir gelegentlich ein Wörtchen darüber zu sagen.
2) Ein jungen Mediciner von Lobeda, namens Eichelberg, der über seinen besondern Fleiß und guten Charakter die besten Zeugnisse hat, nährt sich auf eine kümmerliche und wirklich erbarmenswürdige Weise. Sollte man nicht zu seiner Unterstützung und wäre es nur ein geringes augenblickliches Gnadengeschenk, erlangen können? irre ich mich nicht so hat er oder seine Mutter schon irgend ein unerhörtes Schreiben eingereicht.

Und wie die Hortensien seid ihr
Bald grün, bald rot, bald blau,
Am Ende gar missfarbig:
Ich kenn euch genau.


Samstag, 9. April 2011

„Im höchsten Grade,“ sagte ich; „aber es ist keine Kunst, geistreich zu sein, wenn man vor nichts Respekt hat.“
Goethe lachte. „Sie haben nicht ganz unrecht,“ sagte er; „man muss freilich zugeben, dass der Poet mehr sagt als man möchte; er sagt die Wahrheit, allein es wird einem nicht wohl dabei und man sähe lieber, dass er den Mund hielte. Es gibt Dinge in der Welt, die der Dichter besser überhüllt als aufdeckt; doch dies ist eben Byrons Charakter, und man würde ihn vernichten, wenn man ihn anders wollte.“


Donnerstag, 7. April 2011

Mittwoch, 6. April 2011

Nicht um Ihre Meynung zu lencken sondern um Ihnen die meinige vorzulegen, ergreife ich die Feder und erspare dadurch dem guten Knebel die Unannehmlichkeit an einer Sache Theil zu nehmen, in der er sowenig als ich rathen und helfen kann. Mit Ihnen zu sprechen möchte in diesen leidenschaftlichen Augenblicken nicht räthlich seyn; wir werden einander nicht überzeugen. Sie haben mir schon geschrieben was ich nicht lesen sollte ich müßte erwarten zu hören was ich nicht hören darf.
1.) Versprach der Herzog in der Puncktation für die Kosten des Studirens der Kinder und für ihr Unterkommen zu sorgen.
2.) Gaben die Herrschaften den Kindern, was nicht in der Puncktation steht, solange sie im elterlichen Hause waren gewisse bestimmte Zuschüsse.
3.) Da Gottfried auf die Academie ging war es Ihre Pflicht den Herzog davon zu benachrichtigen, um die Bestimmung einer Summe, um terminliche Auszahlung zu ersuchen. Der Herzog konnte sich alsdann erklären und durch Stipendien und sonst sich diese Ausgabe erleichtern.