Montag, 14. September 2009

Nimmt man das Willkürliche aus dem Leben und Handeln und Verfahren weg, so hat man das Beste hinweggenommen. Sei ich noch so weise und verständig und zweckmässig: ich muss doch sterben wie der Allerunvernünftigste, wie der Tor. Und ich habe keine Freude davon gehabt, und andern keine damit gemacht.

Samstag, 12. September 2009

Freitag, 11. September 2009

Das Gespräch kam eben nicht auf erhabene Gegenstände; aber wie bedeutend ist auch das Kleinste in Goethes Munde! wie lebendig, wie frisch und heiter! - Und Goethe hat eine so herrliche Milde.
Ich musste bei ihm vorlesen in einer Abendgesellschaft, ich fragte ihn, ob es nicht zu verliebt würde sein; er antwortete: „Wir sind alle verliebt.“

Freitag, 4. September 2009

... oft ist er früh gekommen mir botanische Stunden zu geben, und einigemal hat er mich ganz allein zu weiten Spaziergängen abgeholt.

Freitag, 28. August 2009

Hochwohlgeborner Herr,
Hochzuverehrender Herr Geheimer Rath!
Beiliegendes Blatt enthält den Wunsch einer, Sie unbegränzt hochschätzenden, Gesellschaft, die Zeitschrift, von der die Rede ist, mit Ihren Beiträgen zu beehren, über deren Rang und Werth nur Eine Stimme unter uns seyn kann. Der Entschluß Euer Hochwohlgeboren, diese Unternehmung durch Ihren Beitritt zu unterstützen, wird für den glücklichen Erfolg derselben entscheidend seyn, und mit größter Bereitwilligkeit unterwerfen wir uns allen Bedingungen, unter welchen Sie uns dieselben zusagen wollen.

Dienstag, 25. August 2009

Dienstag, 18. August 2009

„Und dann, das Leben eines deutschen Gelehrten, was ist es? Was in meinem Fall daran etwa Gutes sein möchte, ist nicht mitzuteilen, und das Mitteilbare ist nicht der Mühe wert. Und wo sind denn die Zuhörer, denen man mit einigem Behagen erzählen möchte?“
Als ich darauf später mit Goethe allein war, fragte er mich über Zelter. »Nun,« sagte er, »wie gefällt er Ihnen?« Ich sprach über das durchaus Wohltätige seiner Persönlichkeit. »Er kann«, fügte Goethe hinzu, »bei der ersten Bekanntschaft etwas sehr derbe, ja mitunter sogar etwas roh erscheinen. Allein das ist nur äusserlich. Ich kenne kaum jemanden, der zugleich so zart wäre wie Zelter. Und dabei muss man nicht vergessen, dass er über ein halbes Jahrhundert in Berlin zugebracht hat. Es lebt aber, wie ich an allem merke, dort ein so verwegener Menschenschlag beisammen, dass man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern dass man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muss, um sich über Wasser zu halten.«
Heute gegen Abend liess er mich dennoch rufen. Als ich zu ihm hineintrat, fand ich einen Stuhl bereits in seine Nähe gesetzt; er reichte mir seine Hand entgegen und war äusserst liebevoll und gut. Er fing sogleich an, über meine kleine Rezension zu reden. »Ich habe mich sehr darüber gefreut,« sagte er, »Sie haben eine schöne Gabe. Ich will Ihnen etwas sagen,« fuhr er dann fort, »wenn Ihnen vielleicht von andern Orten her literarische Anträge gemacht werden sollten, so lehnen Sie solche ab oder sagen es mir wenigstens zuvor; denn da Sie einmal mit mir verbunden sind, so möchte ich nicht gerne, dass Sie auch zu anderen ein Verhältnis hätten.«
Ich antwortete, dass ich mich bloss zu ihm halten wolle, und dass es mir auch vorderhand um anderweitige Verbindungen durchaus nicht zu tun sei.
Das war ihm lieb, und er sagte darauf, dass wir diesen Winter noch manche hübsche Arbeit miteinander machen wollten.