Dienstag, 1. September 2026
Sonntag, 30. August 2026
Freitag, 28. August 2026
Und so erhalten wir auch mit freundlicher Gewohnheit den äußern Schein, zu dem wir zufällig gelangt und der so gut zu unserm Innern paßt: denn ob wir gleich alle gute Fußgänger und rüstige Träger sind, so bleibt das lastbare Tier doch immer in unserer Gesellschaft, um eine oder die andere Bürde fortzubringen, wenn uns ein Geschäft oder Besuch durch diese Berge und Täler nötigt. Wie Ihr uns gestern angetroffen habt, so kennt uns die ganze Gegend, und wir sind stolz darauf, daß unser Wandel von der Art ist, um jenen heiligen Namen und Gestalten, zu deren Nachahmung wir uns bekennen, keine Schande zu machen.
Mittwoch, 26. August 2026
Aber wie das Erhabene von Dämmerung und Nacht, wo sich die Gestalten
vereinigen, gar leicht erzeugt wird, so wird es dagegen vom Tage verscheucht,
der alles sondert und trennt, und so muß es auch durch jede wachsende Bildung
vernichtet werden, wenn es nicht glücklich genug ist, sich zu dem Schönen zu
flüchten und sich innig mit ihm zu vereinigen, wodurch denn beide gleich
unsterblich und unverwüstlich sind.
Dienstag, 25. August 2026
Sonntag, 23. August 2026
Dienstag, 18. August 2026
Man
sieht mancherlei Holz gezimmert; eben soll es zusammengesetzt werden, und
zufälligerweise bilden ein paar Stücke ein Kreuz. Das Kind ist auf dem Kreuze
eingeschlafen, die Mutter sitzt daneben und betrachtet es mit inniger Liebe,
und der Pflegevater hält mit der Arbeit inne, um den Schlaf nicht zu stören.
Gleich darauf folgt die Flucht nach Ägypten. Sie erregte bei dem beschauenden
Wanderer ein Lächeln, indem er die Wiederholung des gestrigen lebendigen Bildes
hier an der Wand sah.
Sonntag, 16. August 2026
Dem
heiligen Joseph war nichts Geringeres aufgetragen, als einen Thron für den
König Herodes zu machen. Zwischen zwei gegebenen Säulen soll der Prachtsitz
aufgeführt werden. Joseph nimmt sorgfältig das Maß von Breite und Höhe und
arbeitet einen köstlichen Königsthron. Aber wie erstaunt ist er, wie verlegen,
als er den Prachtsessel herbeischafft: er findet sich zu hoch und nicht breit
genug. Mit König Herodes war, wie bekannt, nicht zu spaßen; der fromme
Zimmermeister ist in der größten Verlegenheit. Das Christkind, gewohnt, ihn
überallhin zu begleiten, ihm in kindlich demütigem Spiel die Werkzeuge
nachzutragen, bemerkt seine Not und ist gleich mit Rat und Tat bei der Hand.
Das Wunderkind verlangt vom Pflegevater, er solle den Thron an der einen Seite
fassen; es greift in die andere Seite des Schnitzwerks, und beide fangen an zu
ziehen. Sehr leicht und bequem, als wär' er von Leder, zieht sich der Thron in
die Breite, verliert verhältnismäßig an der Höhe und paßt ganz vortrefflich an
Ort und Stelle, zum größten Troste des beruhigten Meisters und zur vollkommenen
Zufriedenheit des Königs.
Freitag, 7. August 2026
Dienstag, 4. August 2026
Und kurz darauf jene zwei Wörter, die seine berühmtesten sind: Mehr
Licht! Aber tatsächlich hat Goethe als Letztes nicht Mehr Licht,
sondern Mehr nicht! gesagt. Nur Riemer und ich – und Kräuter –
waren dabei anwesend. Wir, Riemer, Kräuter und ich einigten uns darauf, der
Welt mitzuteilen, Goethe habe Mehr Licht gesagt als
Letztes und nicht Mehr nicht! An dieser Lüge als
Verfälschung leide ich, nachdem Riemer und Kräuter längst daran gestorben sind,
noch heute.





