Nicht
über drei Tage soll ich unter einem Dache bleiben. Keine Herberge soll ich
verlassen, ohne daß ich mich wenigstens eine Meile von ihr entferne. Diese
Gebote sind wahrhaft geeignet, meine Jahre zu Wanderjahren zu machen und zu
verhindern, daß auch nicht die geringste Versuchung des Ansiedelns bei mir sich
finde. Dieser Bedingung habe ich mich bisher genau unterworfen, ja mich der
gegebenen Erlaubnis nicht einmal bedient. Hier ist eigentlich das erstemal, daß
ich stillhalte, das erstemal, daß ich die dritte Nacht in demselben Bette
schlafe. Von hier sende ich dir manches bisher Vernommene, Beobachtete,
Gesparte, und dann geht es morgen früh auf der andern Seite hinab, fürerst zu
einer wunderbaren Familie, zu einer heiligen Familie möchte ich wohl sagen, von
der du in meinem Tagebuche mehr finden wirst. Jetzt lebe wohl und lege dieses
Blatt mit dem Gefühl aus der Hand, daß es nur eins zu sagen habe, nur eines
sagen und immer wiederholen möchte, aber es nicht sagen, nicht wiederholen
will, bis ich das Glück habe, wieder zu deinen Füßen zu liegen und auf deinen
Händen mich über alle das Entbehren auszuweinen.


