Samstag, 10. September 2011

Sie
Wie schön und wie herrlich, nun sicher einmal
Im Herzen des Liebsten regieren!

Sonntag, 4. September 2011

Du hast recht wohl gethan an meine Mutter zu schreiben, sie wird es ja wohl lesen können. Sie ist dir recht gut denn ich habe ihr erzählt wie du so brav bist und mich so glücklich machst.
Man kommt durch ein schmales Thal, zwischen eingezäunten Matten, und endlich auf die schöne, völlig ebene Fläche, worauf Stanz, nicht zu nahe von hohen Bergen umgeben, liegt. Wir traten im Gasthof zur Krone ein, welcher der Kirche gegenüber auf einem hübschen Platze liegt. In der Mitte steht ein Brunnen, aus dem der alte Winkelried mit den Speeren im Arm gestellt ist. Nikolaus von der Flüe hing in der Stube. Auf gemahlten Fensterscheiben waren über verschiedenen Wappen die Hauptmomente der Schweizer Chronik aufgezeichnet. Wir lasen in einem Buche: Kleiner Versuch einer besondern Geschichte des Freystaats Unterwalden. Lucern 1789. In der Dedikation der sonderbare Titel: Helvetisch großmächtige.

Samstag, 3. September 2011

Donnerstag, 1. September 2011

Ich habe niemals einen präsumtuöseren Menschen gekannt als mich selbst, und dass ich das sage, zeigt schon, dass wahr ist, was ich sage. Niemals glaubte ich, dass etwas zu erreichen wäre, immer dacht' ich, ich hätt' es schon. Man hätte mir eine Krone aufsetzen können, und ich hätte gedacht, das verstehe sich von selbst. Und doch war ich gerade dadurch nur ein Mensch wie andere. Aber dass ich das über meine Kräfte Ergriffene durchzuarbeiten, das über mein Verdienst Erhaltene zu verdienen suchte, dadurch unterschied ich mich bloß von einem wahrhaft Wahnsinnigen.

Sonntag, 28. August 2011

Freitag, 26. August 2011

Erst war ich den Menschen unbequem durch meinen Irrtum, dann durch meinen Ernst. Ich mochte mich stellen, wie ich wollte, so war ich allein.
Die Vernunft in uns wäre eine große Macht, wenn sie nur wüßte, wen sie zu bekämpfen hätte. Die Natur in uns nimmt immerfort eine neue Gestalt an, und jede neue Gestalt wird ein unerwarteter Feind für die gute, sich immer gleiche Vernunft.
Gelassen beobachtende Freunde pflegen gemeiniglich, die genialischen Nachtwandler unsanft mitunter aufzuwecken durch Bemerkungen, die gerade das innerste mystische Leben solcher begünstigten oder, wenn man will, bevorteilten Naturkinder aufheben und zerstören. In meiner besten Zeit sagten mir öfters Freunde, die mich freilich kennen mussten: Was ich lebe sei besser als was ich spreche, dieses besser als was ich schreibe, und das Geschriebene besser als das Gedruckte.

Samstag, 20. August 2011