Dienstag, 30. Dezember 2025
Freitag, 26. Dezember 2025
Den 7. Juni 1820 Fahrt nach Jena zu Goethe. Seine
gemüthlichen Äußerungen über Juliens Talente. Wiener Kreidespende. Entschiedene
Abneigung gegen Riemer's erstes Bibliothekariat. Brockhausische Speculation auf
die Literaturzeitung. Ankunft des Großherzogs bei Goethe. Hokuspokus Goethe's
mit dem trüben Glas, worauf eine Schlange. »Das ist ein Urphänomen, das muß man
nicht weiter erklären wollen. Gott selbst weiß nicht mehr davon als ich … Goethe's
Urtheil über Buddeus von Altenburg. Sein Lob des Polizeiraths Grüner von Eger und
der dortigen, fest begränzten Kreisverwaltung. Heimfahrt 7 Uhr.
Dienstag, 23. Dezember 2025
Donnerstag, 18. Dezember 2025
Mittwoch, 10. Dezember 2025
Von 8-10 Uhr war ich bei Goethe. Das Gespräch drehte sich um religiöse Gegenstände und war durch Thiemens Geschichte veranlaßt. »Den Beweis der Unsterblichkeit« – sagte Goethe – »muß jeder in sich selbst tragen, an andere kann er nicht gegeben werden. Wol ist alles in der Natur Wechsel, aber hinter dem Wechselnden ruht ein Ewiges.« Auch sprach er von der Ungewißheit der Geschichte und kam auf die vielen Hypothesen über das bekannte Taufbecken, von denen eine verwirrender als die andere sei. Um die Menschen aufzuregen, muß man ihnen nur einen kühnen Irrthum dreist hinwerfen. Ohne Poesie läßt sich nichts in der Welt wirken; Poesie aber ist Märchen.
Der in Dölitz bei Eger gefundene Mammuthszahn machte auf Goethe einen
besonderen Eindruck. Der Schmelz des Zahnes war so frisch, als ob er soeben aus
der Kinnlade des lebenden Thieres gerissen worden wäre. Ich erwähnte, daß, weil
ich zum sammelnden Mitgliede des böhmischen Museums ernannt sei, ich diesem den
Zahn übermitteln werde.
»Seien Sie mit der Absendung nicht eilig,« sagte Goethe; »wir müssen dem
Zahne noch etwas abgewinnen; verwahren Sie ihn bis zu meiner Rückkunft von
Marienbad,« – was ich zusagte.


